12.08.2019 - AZUR-Leserbeitrag von Dr. Heinrich Maria Klein

Auf der ersten Fahrt der World Explorer

Wir fahren zur Zeit auf der World Explorer, sind im Moment auf der Überfahrt von Island nach Grönland und können aus daher direkt von Bord berichten. Die Stimmung unter den Passagieren ist trotz der Anlaufschwierigkeiten sehr gut; es mag einige wenige geben, die enttäuscht sind, aber wir haben mit vier weiteren Paaren eine Gruppe gefunden, die nur die schönen Seiten dieser Reise sieht. Unsere Kabinen sind sehr schön eingerichtet, die Betten sehr bequem , das Bad sehr komfortabel mit einer genialen Dusche mit Rückendusche. Die Sauna ist seit heute in Betrieb, der Gymnastikraum mit sehr guten Geräten ist seit 2 Tagen voll funktionsfähig. Das Essen ist vorzüglich, die Getränkeauswahl groß und zudem fast alles kostenfrei, wie auch das WLAN.

Das Wichtigste ist aber, dass die Besatzung sehr freundlich und hilfsbereit ist und auch bei Schwierigkeiten nicht die Laune verliert. Wir haben , trotz Ausfall einiger Landgänge schon viel Schönes von Island gesehen und hoffen, dass die weitere Reise ebenso unvergessliche Reiseeindrücke bringen wird. Insgesamt möchten wir betonen, dass uns, trotz einiger Anlaufschwierigkeiten und kleinerer Mängel, das Schiff sehr gut gefällt und insbesondere das Personal sich sehr um uns bemüht. Insbesondere möchten wir als „Betroffene “ dem Eindruck entgegentreten, dass wir auf einer absoluten Baustelle missmutig alles mit uns geschehen lassen müssen und keinerlei Reisegenuss hätten; genau das Gegenteil ist der Fall. Wir freuen uns auf die weitere Reise!

Gestern Abend hat Kapitän Sousa alle Gäste über den weiteren Verlauf unserer Reise informiert; aufgrund eines aufziehenden Starkwindes an der Südspitze Grönlands will er sicherheitshalber nicht durch den Prins Christians sind fahren, sondern um die Südspitze am Cap Farvel. Sicherheit geht immer vor. Auch bei der Besichtigung der Brücke konnten wir uns über die modernste Ausstattung informieren und haben uns von die höchsten Sicherheitsstandards an Bord überzeugt. Der Kapitän und die Reiseleitung halten uns ständig auf dem Laufenden und bitten um Verständnis für auch kurzfristige Änderungen des Reiseablaufs. Wetter in dieser Region ist halt manchmal schwer genau zu berechnen. Fast alle Gäste sind mit diesem Vorgehen einverstanden.

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7 Kommentare zu „Auf der ersten Fahrt der World Explorer“

  1. Hans Ueli Ruchti sagt:

    Hans U. schreibt:
    Danke auch für diesen Beitrag. Wir verfolgen das Startdebakel der World Explorer, weil wir von einer kurzfristigen Absage der Reise ab Hamburg (13.6.) betroffen und über die miserable Informationspolitik von Nicko verärgert waren. Angesichts anderer kritischer Beiträge von der Jungfernfahrt habe ich ernste Zweifel an der positiven Darstellung durch Dr. Klein. Immerhin, 5 Paare oder 10 Personen von rund 200 Gästen scheinen zufrieden zu sein! Wenn die Mängel so unerheblich waren, warum erlässt dann Nicko Cruises den Reisenden 90 Prozent des Preises? Hat hier der Veranstalter nach den vielen Negativmeldungen einen positiven Kontrapunkt bestellt? Den kommenden Gästen auf der World Explorer wünschen wir, dass das Schiff nun wirklich in Fahrt kommt und den in der Werbung sehr hoch gesteckten Ansprüchen gerecht wird.

  2. Gerd Habersack sagt:

    Die Berichte sowie das Bildmaterial von Bord von der aktuell laufenden ersten Fahrt der World Explorer ergeben ein vielfältiges Bild. Wie man eine Situation empfindet, ist immer subjektiv geprägt (das berühmte nur teilweise gefüllte Glas Wasser).

    Folgende Fakten scheinen sich aber aus allen Berichten herauslesen zu lassen:

    Beim Einchecken gab es Schwierigkeiten mit einem neuen auf dem Einsatz von ipads beruhenden Einlesesystem der Daten. Sowas kann passieren, wäre aber möglicherweise bei intensiven vorherigen Testläufen vermeidbar gewesen. Informatiker würden hier von einem Praxis-Test am Kunden sprechen.

    Auch der Ausfall eines der Motoren wegen einem defekten Teil kann als unvorhersehbares Ereignis eingestuft werden, sicherheitsrelevant war es wohl nicht.

    Aus allen Berichten (mal stärker, mal weniger hervorgehoben) geht hervor, dass die Inneneinrichtung des Schiffes bei Beginn der Jungfernfahrt (die bis vor wenigen Tagen aufgrund der nicht sehr transparenten Absagepolitik des Anbieters nicht als solche erkennbar war) nicht vollständig fertiggestellt war und während der ersten Tage der laufenden Fahrt an der Innenausstattung weitergearbeit wurde, d.h. das Schiff hatte nicht alle in der Katalogbeschreibung zugesicherten Eigenschaften. Dem scheint Nicko cruises mit einer großzügigen finanziellen Rückerstattungszusage Rechnung zu tragen.

    Unterdessen scheint sich das Schiff baulich dem Zustand zu nähern, wegen dem es zahlreiche Kunden gebucht haben, denn das Schiffskonzept in fertigem Zustand erschien wohl allen überzeugend.

    Wer schon wie ich vor über einem Jahr eine Reise gebucht hatte, konnte nicht ahnen, ob er zu den von zahlreichen Absagen betroffenen oder zu den Reisenden gehören würde, die vermutlich ab der nächsten Fahrt das Produkt MS World Explorer „vollständig“ erleben werden (meine Fahrt startet erst im Oktober).

    Es bleibt zu hoffen, dass sich das Drama nicht mit dem für nächstes Jahr angekündigten, schon jetzt buchbaren Schwesterschiff wiederholt.

  3. Hildegard sagt:

    Gefunden unter:
    azur.de: Weitere Reise des World Explorers fällt aus
    Einmal heißt der Autor Henri de Bois und einmal Dr. Heinrich Maria Klein
    Das verstehe ich nicht. Es gibt sogar denselben Fehler im ersten Satz: „und können aus daher“

    Henri de Bois sagt:
    10. August 2019 um 16:27 Uhr
    Hallo, wir fahren zur Zeit auf der World Explorer, sind im Moment auf der Überfahrt von Island nach Grönland und können aus daher direkt von Bord berichten. Die Stimmung unter den Passagieren ist trotz der Anlaufschwierigkeiten sehr gut; es mag einige, wenige, geben, die enttäuscht sind, aber wir haben mit 4 weiteren Paaren eine Gruppe gefunden, die nur die schönen Seiten dieser Reise sieht. Unsere Kabinen sind sehr schön eingerichtet, die Betten sehr bequem , das Bad sehr komfortabel mit einer genialen Dusche mit Rückendusche. Die Sauna ist seit heute in Betrieb, der Gymnastikraum mit sehr guten Geräten ist seit 2 Tagen voll funktionsfähig. Das Essen ist vorzüglich, die Getränkeauswahl groß und zudem fast alles kostenfrei, wie auch das WLAN.
    Das Wichtigste ist aber , dass die Besatzung sehr freundlich und hilfsbereit ist und auch bei Schwierigkeiten nicht die Laune verliert. Wir haben , trotz Ausfall einiger Landgänge schon viel Schönes von Island gesehen und hoffen, dass die weitere Reise ebenso unvergessliche Reiseeindrücke bringen wird. Insgesamt möchten wir betonen, dass uns, trotz einiger Anlaufschwierigkeiten und kleinerer Mängel , das Schiff sehr gut gefällt und insbesondere das Personal sich sehr um uns bemüht. Insbesondere möchten wir als „Betroffene “ dem Eindruck entgegentreten, dass wir auf einer absoluten Baustelle missmutig alles mit uns geschehen lassen müssen und keinerlei Reisegenuss hätten; genau das Gegenteil ist der Fall. Wir freuen uns auf die weitere Reise???

  4. Ich bin eine der Passagiere, die am 05.08.2019 die Reise mit der World Explorer angetreten hat.
    Aufgrund der katastrophalen Informationspolitik seitens Nicko cruises, ob das Schiff überhaupt fahren würde, waren wir bereits im Vorfeld mehr als verunsichert, denn alle vorherigen Reisen waren abgesagt worden, angeblich lediglich, um einen weiteren Kühlmotor einzubauen.
    Nach dem Betreten des Schiffes verlies ich dies wegen perfider Täuschung sofort wieder und ging von Bord.
    Das Schiff ist eine Baustelle!
    Nachdem wir am Hafen empfangen wurden, erhielten wir die Information, dass die Arbeiter bis zuletzt gearbeitet hätten und jetzt die Behörden auf dem Schiff seien. Man warte aber auf eine baldige Freigabe. Weiterhin wurde uns mitgeteilt, dass wir uns wohl darüber im klaren seien, dass das Schiff nicht fertiggebaut sei und man nicht vorne anfangen könne zu putzen, wenn hinten noch gearbeitet würde.
    Nach einer Stunde warten, kehrten wir zum Schiff zurück . Es gab einen Sektempfang in der Lobby, kleine Snacks, das Personal war sehr freundlich.
    Doch ein erster Blick in den Aufgang erschrak uns, denn hier war nichts fertig. Die Leisten waren nicht montiert, die Treppenstufen teilweise nicht verkleidet und alles war schmutzig. Die Fahrstühle funktionierten. Beim Check in bildeten sich vier lange Schlangen, so dass wir beschlossen auf die oberen Decks zu gehen. Auf dem Spa Deck angekommen, trauten wir unseren Augen nicht. Es standen Kartons rum, im Pool, der durch Netzte abgedeckt war, lag noch jede Menge Baustaub, Die Gänge und Außenbereiche waren völlig schmutzig. In den beiden Barbereichen standen zwei eingeschweißte Kaffeemaschinen, auf dem Boden lag Baumaterial und aus der Decke hingen Kabel. Die Sauna war eine einzige Baustelle, hier lagen die Scheiben von Winkelschleifern rum, in der Dusche stand Baumaterial, eine andere Tür ließ sich nicht ganz öffnen, weil Baumaterial auf dem Boden verteilt war. Die Massageliege war eingeschweißt, aus der Wand hingen die Elektrokabel. Wir und viele andere Passagiere waren entsetzt; wie konnte man so ein Schiff freigeben? Der Spotgeräteraum bot ein ebenso schlechtes Bild: die meisten Geräte waren in Kartons verpackt, aber auch hier war alles schmutzig. Das obere Deck, wo der Hubschrauberlandeplatz ist, war ebenso völlig schmutzig. Die Tische waren vielerorts nicht aufgebaut, Liegen übereinandergestapelt, Folie klebte am Geländer und es standen Kartons herum. Mit diesem 5-Sterne-Luxus Schiff wollten wir für das Geld, Balkon Kabine ab 12.000€ nicht die nächsten zwei Wochen auf See sein. Wir fühlen uns arglistig getäuscht und wurden unter Vorgabe von falschen Tatsachen an Bord gelockt. Was würde uns in bezug auf die Hygiene erwarten, wenn noch nicht mal die Sauberkeit gegeben war, von den noch offenen Bauarbeiten mal ganz zu schweigen. Wir wandten uns, gemeinsam mit zahllosen anderen Passagieren darauf hin an die Kreuzfahrtleitung Anke Ulisch. Ein Ehepaar, welches eine Suite für 20.000€ gebucht hatte, berichtete, dass auf deren Terrasse alles voller Zigarettenkippen läge und im Zimmer Kabel aus einer Wand hingen. Immer mehr Leidgeplagte, Verunsicherte und Verstörte gesellten sich dazu. Wir erklärten Frau Ulisch, dass wir unter diesen Gegebenheiten die Reise auf Baustelle nicht antreten werden und jetzt vom Schiff gehen. Man versprach uns seitens Nicko cruises ein Taxi, eine Hotelübernachtung sowie die Organisation eines Heimfluges. Auf das Taxi und die Hotelübernachtung mußten wir zwei Stunden warten. Für den Rückflug am nächsten Tag blieb uns schließlich nichts anderes übrig, als uns selber kümmern.
    Das ist jetzt drei Wochen her und ich bin noch immer erschüttert über die Respektlosigkeit des Managements, die perfide Täuschung nicht nur gegenüber den Passagieren, sondern auch den eigenen Mitarbeitern auf dem Schiff gegenüber, die mit der Situation überfordert waren , gleichwohl sehr freundlich blieben. Das Schiff war nicht fertig aus Portugal losgefahren und es kam nicht fertig in Reykjavik an. Alle vorangegangen Abfahrten hatte man genau aus diesem Grund abgesagt. Wobei auch hier die Informationspolitik des Managements sehr zu wünschen übrig ließ.
    Ich werde ganz sicher nie wieder ein Schiff von Nicko cruises buchen.

  5. Marie sagt:

    Liebe Jeannette Ballaschk
    Wir sind mitgefahren leider und es war eine Kstastrophe. Schiff und Reise.
    Es gibt noch einen anderen Chat auf azur. Könnten sie ihren Kommentar auch da hinstellen oder darf ich ihn kopieren? Marie

    http://www.azur.de/magazin-kreuzfahrt-news/2019/weitere-verzoegerungen-bei-der-world-explorer/46282

  6. Liebe Marie,

    sie dürfen gerne kopieren und ihn auf die Seite stellen. Ich bin noch immer geschockt darüber, dass man uns auf ein nicht fertiggestelltes Schiff gelockt hat. Es war der absolute Stress für uns am selbigen Abend wieder von Bord zu gehen. Wir hatten für unsere Entscheidung nur wenig Zeit und haben dann noch über zwei Stunden auf Taxi und Hotelübernachtung gewartet. Um den Rückflug haben wir uns dann Nachts um 1 Uhr im Hotel gekümmert. Keine Unterstützung von nicko cruises und auch jetzt gibt es Problem bzl. der Entschädigung. Solch ein Geschäftsgebaren ist mir noch nicht auf meinen vielen Reisen passiert. Mein Reisetripp war Berlin-Reykjavik-Berlin in32 Stunden, danach war ich krank. Ich fahre nie wieder mit nicko cruises.

  7. Gerd Habersack sagt:

    Die positiven Erfahrungen von Dr. Heinrich Maria Klein auf der ersten Reise schlagen sich nicht in den bisher vorliegenden Kundenbewertungen der ersten drei Reisen wieder, alle bisher auf Bewertungsportalen (die Liste muss nicht vollständig sein) gefundenen Kunden-Bewertungen der bisher abgeschlossenen drei Reisen sind negativ.

    Die von Herrn Dr. Klein berichtete sehr gute Stimmung fast aller Passagiere schon auf der ersten Reise scheint bezüglich der Formulierung „fast alle“ doch eher mehr gefühlt als real gewesen zu sein.

    Selbst wenn man bedenkt, dass negative Erfahrungen Kunden eher dazu veranlassen, auf den Bewertungsportalen einen Beitrag zu schreiben, muss man gespannt sein, wann diesbezüglich die ersten positiven Beurteilungen erscheinen.

    Die aktuell veröffentlichten Bilder vom Aufenthalt der MS World Explorer in Hamburg zeigen zumindest, dass es sich eigentlich um ein recht attraktives Schiff handeln wird, sobald es wirklich komplett (d.h. auch bezüglich der bisher ja etwas anfälligen Antriebstechnik und von einigen Reisenden zumindest gefühlten Stabilsatorproblemen) fertiggestellt ist.

    Ob der Kurzaufenthalt in der Werft Anfang Oktober dazu zeitlich tatsächlich nach den zahlreichen Bauverzögerungen reichen wird, bleibt spannend.

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