16.06.2014 - CLIA Economic Contribution Report 2014

Wachstum der Kreuzfahrtindustrie weiter ungebremst

Mit ihrem anhaltend starken Wachstum leistete die Kreuzfahrtindustrie auch im Jahr 2013 einen nach wie vor wichtigen Beitrag für die Erholung der europäischen Wirtschaft. Dies zeigt der Economic Contribution Report 2014, eine heute veröffentlichte Studie vom Kreuzfahrtverband Cruise Lines International Association (CLIA).

Die Wirtschaftsleistung der europäischen Kreuzfahrtindustrie ist im vergangenen Jahr um vier Prozent auf einen neuen Rekordwert von 39,4 Milliarden Euro (2012: 37,9 Milliarden Euro) gestiegen. Die Wirtschaft in Europa ist im gleichen Zeitraum nur um 0,2 Prozent gewachsen. Die direkten Ausgaben durch die Kreuzfahrtindustrie betrugen 2013 16,2 Milliarden Euro, während es im Jahr 2012 noch 15,5 Milliarden Euro waren. Auch die Anzahl der Arbeitsplätze ist 2013 gestiegen: So beschäftigte die Kreuzfahrtindustrie 339.417 Mitarbeiter (2012: 326.904 Mitarbeiter) und zahlte 10,5 Milliarden Euro an Mitarbeitervergütungen aus (2012: 10,1 Milliarden Euro).

Im Wesentlichen haben drei Faktoren zu dem starken Wachstum der Kreuzfahrtindustrie gegenüber dem Vorjahr beigetragen: eine steigende Anzahl europäischer Passagiere, ein deutlicher Zuwachs internationaler Passagiere, die in Europa an Bord gingen, und die anhaltende Dominanz der europäischen Werften im weltweiten Kreuzfahrtschiffbau.

Geschätzte 6,4 Millionen Europäer haben vergangenes Jahr eine Kreuzfahrt in weltweite Gewässer gebucht, was einem Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber 2012 entspricht und 30 Prozent aller Kreuzfahrtpassagiere weltweit ausmacht. Europa ist zudem ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrtpassagiere und ‑schiffe aus der ganzen Welt und lockt erhebliche Investitionen und Ausgaben im Tourismus an. Insgesamt haben sechs Millionen Gäste ihre Kreuzfahrt in Europa angetreten (+5,2 Prozent gegenüber 2012), davon waren fünf Millionen Passagiere Europäer und eine Million Passagiere kamen von Ländern außerhalb Europas.

Die europäischen Werften, die im internationalen Vergleich die meisten hochmodernen Kreuzfahrtschiffe bauen, verzeichneten 2013 ein Umsatzplus von 4,7 Prozent. Die europäischen Reedereien haben insgesamt vier Milliarden Euro in den Neubau sowie in Umbauten von Kreuzfahrtschiffen investiert. So war 2013 nach einer Phase des Rückgangs das zweite Jahr in Folge, in dem die Werften ein Umsatzwachstum ausweisen konnten. Aktuell steht bei den europäischen Werften – einschließlich der Schiffe, deren Auslieferung noch in der ersten Jahreshälfte 2014 erfolgen soll – bis 2017 der Bau von 24 Kreuzfahrtschiffen mit einem Gesamtwert von 12,1 Milliarden Euro in den Auftragsbüchern.

„Die positiven Ergebnisse des Jahres 2013 haben Europas Rolle als dynamisches Zentrum im Herzen der weltweiten Kreuzfahrtindustrie bestätigt“, sagt Pierfrancesco Vago, Chairman von CLIA Europe. „Die Kreuzfahrtindustrie leistet in dieser wichtigen Phase der wirtschaftlichen Erholung in Europa weiterhin einen hohen volkswirtschaftlichen Beitrag: Sie sorgt für dringend benötigte Arbeitsplätze, neue Aufträge der europäischen Industriezweige und Einnahmen für die einzelnen Länder.“

„Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation haben 2013 mehr als sechs Millionen Europäer eine Kreuzfahrt gemacht. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren“, sagt Robert Ashdown, Secretary General von CLIA Europe. „Die Kreuzfahrtindustrie trägt außerdem dazu bei, dass mehr Menschen Europa besuchen. So haben 2013 eine Million Menschen aus nicht-europäischen Ländern eine Kreuzfahrt von europäischen Häfen aus angetreten. Auch der europäische Kreuzfahrtschiffbau profitiert vom Wachstum der Branche und behält so seine weltweit führende Stellung. Neben diesen nüchternen wirtschaftlichen Fakten darf jedoch nicht vergessen werden, dass eine Kreuzfahrt nach wie vor zu den sichersten, bezahlbarsten und schönsten Reiseerlebnissen zählt, die Urlauber heute buchen können.“

In Deutschland stieg der unmittelbare wirtschaftliche Beitrag der Kreuzfahrtindustrie auf drei Milliarden Euro, das sind 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Wirtschaft in Deutschland ist dagegen nur um 0,5 Prozent gewachsen. Die deutsche Kreuzfahrtindustrie erwirtschaftete hinter Italien und Großbritannien den drittgrößten Beitrag im europäischen Vergleich. 2013 haben fast 1,7 Millionen Deutsche eine Kreuzfahrt gebucht, was einem Wachstum von 9,2 Prozent entspricht. Somit liegt die deutsche Kreuzfahrtbranche mit 26,5 Prozent Marktanteil im europäischen Vergleich knapp hinter Großbritannien auf dem zweiten Platz. Auch im europäischen Kreuzfahrtschiffbau nimmt Deutschland bei den Neubauten den zweiten Platz ein. So konnten die deutschen Werften Aufträge für den Bau von acht Schiffen mit einem Gesamtwert von über fünf Milliarden Euro akquirieren. Die Kreuzfahrtindustrie hat in Deutschland direkt oder indirekt Arbeitsplätze für 46.863 Beschäftigte geschaffen (2012: 45.637 Beschäftigte), dies entspricht einem Zuwachs von 2,7 Prozent.

„Das Wachstum des deutschen Kreuzfahrtmarktes ist ungebremst. Wir rechnen damit, dass wir 2014 sogar zum größten europäischen Kreuzfahrtmarkt aufsteigen“, sagt Helge Grammerstorf, National Director von CLIA Deutschland. „Unser Ziel ist es, unser Potenzial weiter auszuschöpfen und nachhaltig zu wachsen, um unseren Passagieren auch in Zukunft ein unvergessliches Kreuzfahrterlebnis zu ermöglichen.“

Wichtige Zahlen im Überblick:

Europa

· Die europäische Kreuzfahrtindustrie erzielte eine Gesamtwirtschaftsleistung von 39,4 Milliarden Euro.

· Die direkten Aufwendungen durch Kreuzfahrtgesellschaften und ihre Gäste und Besatzungen betrugen 16,2 Milliarden Euro.

· 339.417 Beschäftigte arbeiten in der europäischen Kreuzfahrtindustrie, die im vergangenen Jahr 10,5 Milliarden Euro an Mitarbeitervergütungen aufgewendet hat.

· 43 Kreuzfahrtgesellschaften mit Sitz in Europa betreiben 125 Kreuzfahrtschiffe mit einer Gesamtkapazität von 144.717 Unterbetten.

· 24 nicht-europäische Kreuzfahrtgesellschaften setzten weitere 73 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von 104.497 Unterbetten in Europa ein.

Deutschland

· Der unmittelbare wirtschaftliche Beitrag in Deutschland stieg um 3,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Dies ist der dritthöchste Wert im europäischen Vergleich.

· Die Kreuzfahrtindustrie hat in Deutschland 2013 direkt oder indirekt Arbeitsplätze für 46.863 Menschen geschaffen. Das sind 1.226 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr.

· Rund 1,7 Millionen deutsche Passagiere haben eine Kreuzfahrt gebucht. Dies bedeutet ein hohes einstelliges Wachstum von 9,2 Prozent. Mit 26,5 Prozent hatte Deutschland knapp hinter Großbritannien den zweitgrößten Marktanteil in Europa.

· Deutschland belegte im europäischen Kreuzfahrtschiffbau bei den Neubauten weiterhin den zweiten Platz. Es konnten Aufträge für den Bau von acht Schiffen in einem Gesamtwert von über fünf Milliarden Euro akquiriert werden.