02.03.2015 - Komplizierte Formalitäten schrecken Touristen aus Drittländern ab

CLIA Europe fordert Visaerleichterungen

Nach Angaben der Europäischen Kommission verliert Europa aufgrund der komplizierten Visumformalitäten in nur einem Jahr über sechs Millionen potenzielle Touristen aus Drittländern. Der Dachverband der europäischen Kreuzfahrtindustrie CLIA Europe veranstaltete im Rahmen der European Shipping Week eine Podiumsdiskussion über Visaerleichterungen und ihre Folgen für den Kreuzfahrt- und Schiffsverkehr.

Die Diskussion, an der Kreuzfahrtschiffsbetreiber, EU-Entscheidungsträger und Tourismus-Interessengruppen teilnahmen, konzentrierte sich auf die Frage, wie das Potenzial des EU-Schifffahrtstourismus erschlossen werden kann. Ziel von Visaerleichterungen ist es, das Wachstum in der EU und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Nach Angaben der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) hat der Marktanteil Europas am Welttourismus kontinuierlich abge­nommen, und zwar von 64 Prozent im Jahr 1980 auf 51 Prozent im Jahr 2010. Wenn sich nichts ändert, rechnet die UNWTO im Jahr 2030 mit einem Marktanteil von nur noch 41 Prozent.

David Dingle, Vice Chairman von CLIA Europe und Chairman von Carnival UK, ruft die EU zum Handeln auf: „Wir sollten alles daran setzen, dass Europa weltweit Reiseziel Nummer eins bleibt, indem wir die Anzahl von Touristen aus Drittländern steigern. Das ist gut für Europa und die europäische Wirtschaft. Wir bei CLIA Europe begrüßen den Prozess zur Reform der Visabestimmungen in der EU als einen wichtigen Ausgangspunkt. Aber wir müssen schnell handeln, sonst könnten der EU bedeutende Impulse in den Bereichen Handel, Investitionen und Arbeitsplätze ausgerechnet in einer wichtigen wirtschaftlichen Erholungsphase entgehen.“

Die Europäische Kommission prognostiziert, dass die neuen Visabestimmungen zu einem Anstieg der Besucherzahlen um bis zu 60 Prozent und zusätzlichen Umsätzen von bis zu 25 Milliarden Euro für die EU führen könnten.[3] Durch eine Reform wird zwar die Einreise für Reisende nach Europa erleichtert, sie führt aber keinesfalls zu einer Lockerung der Sicherheitsverfahren in Europa. Die Überprüfung von Personen, die ein Visum beantragen, bleibt weiterhin streng. Die umfangreichen Kontrollen auf Schiffen und in Häfen werden permanent hinterfragt, angepasst und aktualisiert. Für alle CLIA-Mitgliedsreedereien hat Sicherheit immer die höchste Priorität.

Raphael von Heereman, Secretary General von CLIA Europe, betonte: „Angesichts des Bestrebens anderer Länder, ihre Touristenzahlen zu erhöhen, brauchen wir eine zeitnahe Umsetzung entsprechender Visabestimmungen, damit die europäische Tourismusbranche gestärkt wird und die Kreuzfahrtbranche einen noch größeren Beitrag zur europäischen Wirtschaft leisten kann. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir jedoch die Unterstützung durch die Politik. Es ist von zentraler Bedeutung, die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und Mitgliedstaaten der EU und den Interessengruppen im Touristikbereich zu fördern. Wir verfolgen die Entscheidungsfindung aufmerksam und hoffen, dass bis zum Sommer erhebliche Fortschritte gemacht werden.“

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