29.06.2015 - Neue CLIA-Studie

Entwicklungen im europäischen Kreuzfahrtmarkt

Die Wirtschaftsleistung der Kreuzfahrtbranche in Europa stieg 2014 auf ein neues Rekordhoch von 40,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die von der Branche generierten direkten Ausgaben stiegen von 16,2 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 16,6 Milliarden Euro. Die direkten Ausgaben in Deutschland erhöhten sich um beachtliche 6,3 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Dies zeigt der Economic Contribution Report 2015, eine heute veröffentlichte Studie des europäischen Kreuzfahrtverbandes CLIA Europe (Cruise Lines International Association). Trotz einer positiven Entwicklung warnt der Chairman von CLIA Europe, Pierfrancesco Vago, dass bestimmte Maßnahmen erforderlich seien, um das Potenzial für zukünftiges Wachstum freizusetzen.

Im Jahr 2014 hat die Kreuzfahrtbranche zudem fast 10.000 neue Arbeitsplätze in ganz Europa geschaffen, sodass insgesamt 349.000 Menschen in der Kreuzfahrtbranche und deren verbundenen Geschäftsbereichen beschäftigt waren, darunter über 82.000 Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe. Löhne und sonstige Vergütungen für Arbeitnehmer in Europa machten 10,75 Milliarden Euro aus. In Deutschland waren 2014 mehr als 49.500 Menschen in der Kreuzfahrtbranche beschäftigt (2013: 46.863 Mitarbeiter); dies entspricht einem Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hindernisse für weiteres Wachstum abbauen

„Im Jahr 2014 führte die Kreuzfahrtbranche der europäischen Wirtschaft fast 40 Milliarden Euro zu und sorgte für fast 350.000 Arbeitsplätze in Europa, davon mehr als 80.000 im verarbeitenden Gewerbe. Für diese Rekordergebnisse haben wir alle hart gearbeitet und sollten darauf aufbauen. Zudem hat die Kreuzfahrtbranche einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung Europas geleistet“, sagt Pierfrancesco Vago, Chairman von CLIA Europe.

„Auch wenn es möglich ist, in Europa künftig Wachstum zu erzielen, gibt es keineswegs eine Garantie dafür. Obwohl 6,4 Millionen Europäer im Jahr 2014 Kreuzfahrten gebucht haben – eine Rekordzahl – und die europäischen Werften mit Rekordauftragsständen für neue Kreuzfahrtschiffe ihre zentrale Position im weltweiten Kreuzfahrtschiffbau beibehalten, gibt es dennoch einige besorgnis­erregende Trends. Beispielsweise sind die Einschiffungen von europäischen Häfen um 3,6 Prozent auf 5,85 Millionen gesunken.“

Dieser rückläufige Trend bei den Einschiffungen sei das Ergebnis ernsthafter Wachstumshindernisse. Wenn diese ignoriert würden, riskiere man, dass das Potenzial für immer ungenutzt bleibe, und dass der Jahr um Jahr geschaffene Zuwachs zu einem Stillstand gebracht werde. „Europa muss diese Hindernisse überwinden, indem es Umweltgesetze harmonisiert, Visaverfahren strafft, in die Infrastruktur der Küsten investiert und die Hafenanlagen verbessert“, so Vago.

Europäische Kreuzfahrtpassagiere und Schiffbau

Laut der aktuellen Studie haben 6,4 Millionen Europäer im Jahr 2014 einen Kreuzfahrturlaub gebucht, was gegenüber 2013 eine Steigerung von 0,5 Prozent darstellt und 30 Prozent aller Kreuzfahrtpassagiere weltweit ausmacht. Europa ist auch ein wichtiges Reiseziel für Kreuzfahrtpassagiere aus der ganzen Welt und lockt erhebliche Investitionen und Ausgaben für den Tourismus an. 5,85 Millionen Passagiere sind im Jahr 2014 von europäischen Häfen aus an Bord ihrer Kreuzfahrtschiffe gegangen – ein Rückgang um 3,6 Prozent gegenüber 2013. Etwa eine Million Passagiere kamen aus Ländern außerhalb Europas.

Europa behält seine zentrale Position im weltweiten Kreuzfahrtschiffbau bei. Die Ausgaben für Neubauten sowie für Schiffsüberholungen sind zum dritten Mal in Folge angestiegen. 29 neue Schiffe mit einem Gesamtwert von fast 16 Milliarden Euro stehen bis zum Jahr 2018 in den Auftragsbüchern der europäischen Werften. Diese Werften, die weltweit die meisten der hochmodernen Kreuzfahrt­schiffe bauen, konnten gegenüber 2013 einen Anstieg um 12,8 Prozent bei ihren Umsätzen (Neubauten und Schiffsüberholungen) verzeichnen. Im Jahr 2014 haben die Kreuzfahrtreedereien 4,55 Milliarden Euro für Neubauten und Schiffsüberholungen in Europa ausgegeben – damit stiegen diese Umsätze zum dritten Mal in Folge.

Deutschland weiter vorn

Im Jahr 2014 haben 1,77 Millionen Deutsche eine Kreuzfahrt gebucht, was einem Wachstum von fünf Prozent entspricht. Somit liegt die deutsche Kreuzfahrtbranche mit 27,7 Prozent Marktanteil im europäischen Vergleich auf Platz eins. „Deutschland wurde 2014 Kreuzfahrt-Europameister. Kreuzfahrten sind bei den Deutschen vor allem so beliebt, da sie neben attraktiven Schiffen und Destinationen, für jeden das passende Angebot bieten. Für den deutschen Markt erwarten wir demnach weiteres Wachstum”, sagt Helge Grammerstorf, National Director von CLIA Deutschland.

Auch im europäischen Kreuzfahrtschiffbau nimmt Deutschland bei den Umsätzen für Neubau sowie Schiffsüberholungen den ersten Platz ein und liegt damit sogar vor Italien. Die deutschen Werften erwirtschafteten mit dem Bau von Schiffen rund 1,2 Milliarden Euro, die Schiffsüberholungen brachten rund 450 Millionen Euro ein. Die deutschen Werften werden bis 2018 planmäßig sieben weitere Schiffe im Wert von 5,1 Milliarden Euro bauen, die über 27.688 Betten verfügen, von denen ein Schiff schon in Dienst gestellt wurde. „Der Anstieg der Investitionen für Schiffbau und Modernisierungen ist einer der Haupttreiber des wirtschaftlichen Wachstums in der deutschen sowie der europäischen Kreuzfahrtindustrie. Mit zusätzlichen Kapazitäten reagiert die Branche auf die stetig steigende Nachfrage. Unser langfristiges Ziel bleibt es, nachhaltig zu wachsen, sodass unsere Passagiere auch in Zukunft einzigartige Kreuzfahrterlebnisse in einer intakten Umgebung genießen können“, sagt Grammerstorf.

CLIA Europe wichtige Kennzahlen 2014:

· 42 in Europa ansässige Kreuzfahrtunternehmen betreiben 123 Kreuzfahrtschiffe mit einer Kapazität von ca. 146.000 Betten.

· Weitere 60 Schiffe mit einer Kapazität von ca. 89.000 Betten werden in Europa von 18 nichteuropäischen Kreuzfahrtunternehmen eingesetzt.

· 40,2 Milliarden Euro Gesamtleistung.

· 16,6 Milliarden Euro an direkten Ausgaben durch Kreuzfahrtunternehmen und ihre Passagiere bzw. Besatzungen.

· 348.930 Arbeitsplätze und 10,75 Milliarden Euro Mitarbeitervergütungen.

Kennzahlen Deutschland 2014:

· Der unmittelbare wirtschaftliche Beitrag der Kreuzfahrtindustrie in Deutschland stieg um 6,3 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Die Wirtschaft in Deutschland ist dagegen nur um 1,5 Prozent gewachsen (Quelle: Statistisches Bundesamt). Damit leistete die Kreuzfahrtindustrie in Deutschland hinter Italien den zweitgrößten Beitrag im europäischen Vergleich. Auf dem dritten Platz liegt das Vereinigte Königreich.

· Die Kreuzfahrtindustrie sorgte in Deutschland 2014 für direkte oder indirekte Arbeitsplätze für mehr als 49.500 Menschen. Das sind rund 2.700 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr.

· 1.77 Millionen deutsche Passagiere haben eine Kreuzfahrt gebucht. Dies bedeutet ein Wachstum von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit steht Deutschland bei den Passagierzahlen auf Platz eins in Europa. Mit 27,7 Prozent hatte Deutschland den größten Marktanteil in Europa.

· Deutschland belegte im europäischen Kreuzfahrtschiffbau auch bei den Neubauten den ersten Platz. Es konnten Aufträge für den Bau von sieben Schiffen mit einem Gesamtwert von über fünf Milliarden Euro akquiriert werden.

Über CLIA Deutschland

Cruise Lines International Association (CLIA) ist der weltweit größte Verband der Kreuzfahrtindustrie mit Vertretungen in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australasien. CLIA Deutschland sitzt in Hamburg und vertritt seit März 2013 die Interessen aller in Deutschland tätigen CLIA-Mitgliedsreedereien gegenüber regulatorischen und gesetzgebenden Entscheidungsträgern, NGOs und den Medien. Zentrale Themen sind u. a. Umwelt und Nachhaltigkeit, Häfen und Infrastruktur, Verbraucherangelegenheiten und Marktforschung. Neben den elf im deutschen Kreuzfahrtmarkt aktiven Mitgliedsreedereien zählen ebenfalls Reiseveranstalter, Hafenbehörden, Reisedestinationen und zahlreiche weiteren Geschäftspartner der Kreuzfahrtindustrie zu den Mitgliedern. Darüber hinaus unterstützt CLIA Deutschland den Dachverband CLIA Global in der nationalen Umsetzung der europäischen und weltweiten CLIA-Standards. Weitere Informationen zu CLIA, zur Kreuzfahrtbranche und zu den der CLIA angehörenden Kreuzfahrtgesellschaften und Reisebüros erhalten Sie unter www.cruising.org. Mehr Informationen zu CLIA Europe erhalten Sie unter www.cliaeurope.eu. Folgen Sie CLIA außerdem auf Facebook und Twitter.

Andrea Maibaum

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[1] CLIA Europe, Contribution of Cruise Tourism to the Economies of Europe 2015 Edition

Pressemitteilung / Branchenreport: Kreuzfahrtindustrie bleibt Wachstumsmotor in Europa und Deutschland

Andrea Maibaum25.06.2015

(Kein Empfänger)

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