24.11.2016 - Polar-Kreuzfahrtschiff Hondius

Flottenzuwachs bei Oceanwide Expeditions

Oceanwide Expeditions gab nun bekannt, dass der Bau eines neuen und innovativen Passagierschiffs für den Einsatz in den Polargebieten eingeleitet wurde. Hondius wird das erste Schiff der Klasse „LR PC6“ sein und erfüllt die neuesten und höchsten Anforderungen des Lloyd’s Register für „Polarklasse 6“ – Schiffe, die höchste Polarklasse für eisverstärkte Schiffe. Das Schiff wird auch die zwingenden Erfordernisse des von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) verabschiedeten „Polar Codes“ für den sicheren Schiffsbetrieb und den Schutz der polaren Umwelt vollständig erfüllen.

Hondius wird das stärkste eisgängigste Schiff in den Polarregionen sein. Das Schiff wird mit Stabilisatoren ausgerüstet sein und somit bestens ausgestattet für fortgeschrittene, innovative Erkundungsreisen in den Regionen der Arktis und Antarktis.

Verfügbar mit Beginn der Arktis-Saison 2019

Das Schiff, das in Kroatien vom Schiffsbauer Brodosplit gebaut wird, soll zum Auftakt der Arktis-Saison im Mai 2019 für den Gästebetrieb zur Verfügung stehen. Es ist 107 Meter lang und hat eine Breite von 17,6 Metern, ausgerüstet mit zwei Motoren mit insgesamt 4.200 kW, wodurch eine Geschwindigkeit bis zu 15 Knoten generiert werden kann. Hondius bietet Unterkunft für insgesamt 180 Passagiere in folgenden Kabinen: eine geräumige Hondius Suite (33 qm), sechs Suiten mit Balkon (29 qm), 8 Superior Kabinen mit französischem Balkon (22 qm) und 19 Twin Deluxe-Kabinen (22 qm), 14 Twin Fenster-Kabinen (14 bis 16 qm), 31 Twin Bullaugen-Kabinen, 2 Dreier Bullaugen-Kabinen und 4 Vierer Bullaugen-Kabinen (die Bullaugen-Kabinengrößen variieren zwischen 13 bis 16 qm). Das Passagierzertifikat für Hondius ist für 196 Passagiere ausgestellt.

Steigende Nachfrage für Polar-Reisen

Oceanwide Expeditions ist seit 1996 das führende Unternehmen für kommerzielle Expeditionsfahrten in die Arktis und Antarktis. „Wir segeln derzeit mit unseren eisverstärkten 116 Passagier-Schiffen Plancius und Ortelius und erleben eine steigende Nachfrage für Polar-Reisen. Der Neuzugang Hondius wird uns die Möglichkeit bieten, dieser Nachfrage in Zukunft gerecht zu werden, als Unternehmen zu wachsen und in den Polargebieten neue innovative Produkte anzubieten“, sagt CEO von Oceanwide Expeditions, Michel van Gessel.

Hondius bietet ihren Fahrgästen einen fortschrittlichen Hotelstandard, und erfüllt höchste Ansprüche in der Ausstattung einer Vielzahl von Kabinenkategorien: geräumige Suiten , Superior, Twin-, und Vierer-Kabinen. „Während der Reise mit Hondius werden unsere Stammgäste das unverwechselbare Oceanwide-Produkt wiedererkennen; eine angenehme und ungezwungene Atmosphäre an Bord. Unser Hauptaugenmerk bleibt nach wie vor die intensive Entdeckungsreise, Beobachtung der Tierwelt und Erkundung des Naturraums verbundenen mit Aktivitäten rundum das Schiff; ein Produkt, das sich seit vielen Jahren bewährt hat und von unseren Reisenden sehr geschätzt wird.”, erklärt CEO Michel van Gessel.

Das Schiff wurde von Oceanwide Expeditions speziell an die hohen Anforderungen der Expeditionsprogramme zu See und zu Land entwickelt. Eisklassifiziert mit „Polarklasse 6“, vergleichbar mit der vorherigen finnisch-schwedischen Eisklasse „1A-Super“, wird Hondius das stärkste eisgängigste Schiff der Branche sein. Eine schnelle Einschiffung in die Zodiacs wird mit zwei separaten Gangways garantiert, und wird mit zusätzlich im geschützten Innenbereich liegenden Indoor-Plattformen auf Höhe der Wasserlinie verbessert und beschleunigt. Bei Fahrgastausflügen liegt das Schiff vor Anker, aber Hondius ist auch sehr gut in der Lage, mit der Unterstützung der Bug- und Heckstrahlruder zu driften und / oder an derselben Position zu bleiben. Ein Deck ist vollständig für ( mehrsprachige ) Vorträge und Präsentationen gewidmet, eine große Panoramalounge und ein separater Hörsaal stehen für diesen Zweck zur Verfügung.

Hondius wird nach den neuesten Anforderungen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) gebaut, insbesondere in Bezug auf die Sicherheit des Lebens auf See (SOLAS – safety of life at sea) und die Verhütung der Meeresverschmutzung durch Fahrgastschiffe (MARPOL). Der Schutz der Umwelt ist von großer Bedeutung und das wird von Oceanwide Expeditions schon während des Baus des Schiffes berücksichtigt. Das Antriebssystem besteht aus zwei Hauptmotoren mit mittlerer Geschwindigkeit und einem einstellbaren Propellertriebwerk. Das flexible Energiemanagement (in Verbindung mit einem Wellengenerator anstelle eines Dieselgenerators) ermöglicht einen geringen Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß und damit einen minimalen Einfluss auf die Umwelt.

Weitere Beispiele zum Schutz der Umwelt sind die Verwendung von biologisch abbaubaren Schmierölen, die Außenbeschichtung und die Farbe des Schiffes sind zertifiziert frei von schädlichen Stoffen, die Verwendung von giftigen / gefährlichen Stoffen während des Baus des Schiffes wird verhindert , Dampf wird an Bord für Heizzwecke verwendet, die Verwendung der elektrische Heizung wird auf einem Minimum gehalten (damit auch weniger Kraftstoffverbrauch), die Innen-und Außenbeleuchtung wird mit LED-Leuchten ausgestattet werden, wodurch 60% der Energie eingespart wird im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung (wiederum weniger Kraftstoffverbrauch an Bord), verbleibende Hitze des Kühlungswassers der Hauptmaschinen wird für die Herstellung von Frischwasser wieder verwendet ( Seewasser wird kondensiert). Darüber hinaus werden alle weiteren geltenden Anforderungen und Einschränkungen während der Seereise und in den Polargebieten streng befolgt.

„Mit unserem neuen Schiff und der Namensgebung Hondius möchten wir weitere Kartographen besonders ehren: Henricus Hondius (Amsterdam, 1597 – 1651), ein Kartograph mit hervorragendem Graviertalent und sein Vater Jodocus Hondius (Wakken, Belgien 1563 – Amsterdam 1612), bekannt für seine Publikationen von Atlanten einschließlich der Weltkarte von 1590, eine der ersten Karten als Resultat der Entdeckungsreisen des britischen Vizeadmirals Sir Francis Drake. Diese Karte, kombiniert mit neuen Daten, wurde 40 Jahre später als Quelle von seinem Sohn Henricus Hondius verwendet, als er seine berühmte Weltkarte im Jahre 1630, heute noch eine erstaunlich genaue Darstellung der Weltkontinente, produzierte“, betont van Gessel.

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