09.11.2017 - Innovations-Event in New York City

Digitale Meilensteine bei Royal Caribbean

Ein Drink gefällig? Die Bestellung an der Bar ist nur eine von vielen Funktionen der neuen Bord-App von Royal Caribbean.

Im Brooklyn Navy Yard, direkt am Ufer des East Rivers im Zentrum von New York City, präsentierte der Royal Caribbean-Konzern am Mittwoch seine Idee davon, wie technische und digitale Innovationen das Bordleben der Gäste revolutionieren können. „Royal Excalibur“ heißt das umfangreiche Projekt, dessen Ergebnisse bis Ende 2019 auf allen Schiffen von Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Azamara Club Cruises vollständig integriert sein sollen. Die digitalen Konzepte erleichtern nicht nur die Reiseabwicklung von A bis Z, sondern machen auch jede Menge Spaß.

Der Projektname „Royal Excalibur“ leuchtet schnell ein, handelt es sich doch um sehr komplexe technische Lösungen, die in der Praxis beeindruckend einfach aussehen. Richard D. Fain, CEO der Royal Caribbean-Gruppe, begrüßt seine Gäste in der stylischen, blau beleuchteten Empfangshalle des Brooklyn Navy Yards. Hinter ihm tanzen sechs große Displays in einer perfekten Choreografie und beeindrucken die Gäste im Zusammenspiel mit Licht- und Soundeffekten mit einer multidimensionalen Videoshow. Gesteuert werden sie von ABB-Robotern, wie man sie von den Fließbändern der Autoindustrie kennt. Bei Royal Caribbean kommen sie an Bord der Quantum-Klasse im 360-Grad-Theater zum Einsatz. Die sechs Roboter in der Halle werden direkt nach der Veranstaltung wieder nach Papenburg verfrachtet, wo in der Meyer-Werft derzeit das erste Schiff der Quantum Ultra-Klasse, die Spectrum of the Seas, gebaut wird.

Roboterarme bringen sechs Bildschirme zum Tanzen und sorgen für eine futuristische Präsentation.

Für Fain sind die Trends klar: Während der Kreuzfahrt immer erreichbar zu sein ist für die Gäste mittlerweile nicht mehr nur ein Auswahlkriterium, sondern wird schlicht und einfach vorausgesetzt. Schnell und intuitiv bedienbar sollen die digitalen Lösungen an Bord sein, und das auf allen Endgeräten, ob Smartphone, Tablet, Laptop oder dem TV in der Kabine. Insgesamt soll die Abwicklung der kompletten Reise erleichtert und dadurch wertvolle Urlaubszeit gewonnen werden. Die Applikationen für den Gast werden ergänzt durch Programme für die Crew, die nicht nur Arbeitsvorgänge erleichtern, sondern auch eine bestmögliche Verbindung zur Familie zuhause garantieren. Voraussetzung für zufriedene Kunden ist eben ein zufriedenes Personal.

Die Einführung des kompletten „Royal Excalibur“-Projekts wird auf allen Schiffen der drei Marken stattfinden, erfolgt aber Stück für Stück. Regelmäßige Updates sorgen für eine konstante Verbesserung der Qualität. Einige Elemente werden bereits auf den Schiffen der Oasis- oder Quantum-Klasse getestet. Bis Ende 2017 sollen bereits mehr als ein Zehntel der Meilensteine erreicht sein, Ende 2019 soll dann jedes Schiff der Royal Caribbean-Gruppe auf dem aktuellsten digitalen Stand sein.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Bemühungen von Royal Caribbean im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit. Auch hierfür hat Richard D. Fain ein Beispiel parat. Ein riesiger Display an der Decke zeigt den Gästen einen Schiffsrumpf von unten und simuliert, wie winzig kleine Luftbläschen ausgestoßen werden, die das Schiff förmlich tragen und den Widerstand und somit auch die Emissionen verringern.

Eindrücklich zeit der Bildschirm an der Decke die Luftblasen-Technik für geringere Emissionswerte.

Nach dem Vortrag ist das Event in Brooklyn noch bei Weitem nicht zu Ende. Nun gibt es die Möglichkeit, die digitalen Innovationen selbst zu entdecken und auszuprobieren. Simuliert wird dabei ein kompletter Reiseablauf. Durch einen futuristisch anmutenden LED-Tunnel geht es zunächst in einen Raum, der mit Sofas und Bildern an den Wänden eingerichtet ist, wie ein heimisches Wohnzimmer. Hier beginnt schließlich auch im echten Leben die Reise. Auf den Tischen liegen Smartphones mit der Royal Caribbean-App, die in dieser Version zwar noch nicht erhältlich ist, aber demnächst eingeführt werden soll. Schon vor der Reise kann die Zeit an Bord und an Land bereits detailliert durchgeplant werden. Videos und Infomaterial machen die zahlreichen Entertainment- und Dining-Features an Bord sowie die große Auswahl an Landausflügen schon zuhause lebendig. Natürlich kann auch bereits alles zum gewünschten Zeitpunkt gebucht werden und es entsteht eine Art Stundenplan für die ganze Reise. Angesichts der gewaltigen Angebotspalette von Royal Caribbean kann das auch nicht schaden. Ein weiteres Highlight in diesem Raum sind die Virtual Reality-Brillen, die beispielsweise im Reisebüro zum Einsatz kommen können. Sie versetzen die Gäste direkt nach Jamaika, Venedig oder Shanghai und zeigen eindrucksvoll, was man hier erleben kann.

Die LED-Technologie von Royal Caribbean beeindruckt.

Nach der Planung folgt schließlich der Check-In am Terminal. Auf dem Smartphone hat man zu diesem Zeitpunkt schon längst einen Avatar erstellt, mit Bild und allen wichtigen Daten zur Person. Am Terminal erkennt dann eine Kamera das Gesicht und erspart jegliche langwierigen Check-In-Prozeduren. Auf dem Smartphone kann das Gepäck derweil wie bei einer Paketverfolgung in Echtzeit getrackt werden, so dass der aktuelle Status bis zum Erreichen der Kabine immer einsehbar ist. Diese lässt sich übrigens auch mit der App öffnen und schließen.

Im nächsten Raum wird mit einem großen Display die Aussicht von der Brücke der Schiffe simuliert. Auch der Kapitän kann auf zahlreiche digitale Tools zurückgreifen, die ihm die Navigation deutlich erleichtern. Am eindrucksvollsten ist wohl die Augmented Reality-Technik, die beispielsweise bei schlechten Sichtbedingungen die Silhouetten der kreuzenden Schiffe sowie deren Daten an der exakt richtigen Position auf dem Brückenfenster anzeigt.

Auch die Kapitäne auf der Brücke können auf eine Vielzahl an digitalen Features zurückgreifen.

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