07.03.2019 - CLIA-Bericht 2018

Deutscher Hochsee-Markt wächst weiter

Der deutsche Hochsee-Kreuzfahrtmarkt setzt seinen nachhaltigen Wachstumskurs erfolgreich fort. Eine erwartete Gesamtzahl von 2,26 Millionen Gästen aus dem deutschen Quellmarkt machte laut Schätzungen der Cruise Lines International Association (CLIA) im vergangenen Jahr Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Das entspräche einem Wachstum von 3,5 Prozent.

Für 2019 rechnet der Verband mit weiterem Wachstum, das aufgrund der neu in Dienst gestellten Schiffe und der damit verbundenen Kapazitäten den Passagierzuwachs im vergangenen Jahr übertreffen werde.

CLIA Deutschland und der Deutsche Reiseverband (DRV) präsentierten die Schätzungen heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz auf der internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin. Die endgültigen Ergebnisse zum Hochsee-Kreuzfahrtmarkt Deutschland 2018 wird CLIA im April 2019 veröffentlichen.

„Wir blicken zurück auf ein erfolgreiches Jahr 2018. Mehr und mehr Deutsche entscheiden sich für einen Urlaub auf hoher See. Die Zahlen zeigen, dass die Kreuzfahrtbranche die Wünsche ihrer Kunden erkannt und konsequent in passende Angebote umgesetzt hat. Bei den meisten Kreuzfahrtgästen bleibt es nicht bei einer Kreuzfahrt, viele von ihnen verbringen weitere Urlaube auf hoher See“, sagt Karl J. Pojer, Chairman des Leadership Council von CLIA Deutschland. „Insgesamt 18 Hochseekreuzfahrtschiffe haben die Reedereien 2018 in Dienst gestellt und damit neue Kapazitäten mit mehr als 34.000 Betten. Und auch 2019 sollen 25 Schiffe mit rund 43.000 Betten auf den Markt kommen. Das stimmt uns für das Wachstum in diesem Jahr weiterhin sehr optimistisch.“

Norbert Fiebig, Präsident des DRV, sagt: „Die Bundesbürger sind im vergangenen Jahr so viel gereist und haben so viel für ihren Urlaub ausgegeben wie noch nie. 2018 war für die Reisewirtschaft ein überaus erfolgreiches Jahr. Der Umsatz im Veranstaltermarkt beläuft sich auf 36,1 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kreuzfahrten werden nach wie vor nachgefragt und sind einer der Wachstumstreiber im Markt. Insgesamt verstärkt sich der Trend, dass deutsche Urlauber auf die Sicherheit der organisierten Reise setzen. 2018 war ein absolutes Pauschalreisejahr – eine Entwicklung, die auch von der wachsenden Kreuzfahrt getragen ist.“

Helge Grammerstorf, National Director von CLIA Deutschland, sagt: „2018 war für die Kreuzfahrtbranche nicht nur wegen des Marktwachstums ein erfreuliches Jahr. Auch im Bereich Nachhaltigkeit haben wir gleich mehrere wichtige Meilensteine erreicht. So konnte das erste Kreuzfahrtschiff in Betrieb genommen werden, das ausschließlich mit Flüssiggas (LNG) fährt. 25 weitere Schiffe mit LNG-Antrieb sind bereits bestellt und werden bis 2027 ausgeliefert. Der Anteil an alternativen Treibstoffen in der Branche nimmt beständig zu. Mit Maßnahmen wie diesen wollen die Reedereien den Anteil ihres CO2-Ausstoßes über die gesamte Flotte bis 2030 um 40 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2008 senken. Auch diese freiwillige Selbstverpflichtung ist ein wichtiger Meilenstein für die Branche.“

Erstmals mehr als 20 Millionen Übernachtungen

Die Reiselänge beträgt nach aktuellen Schätzungen der CLIA im Jahr 2018 im Durchschnitt neun Tage. Das entspricht einem erwarteten Anstieg von etwa 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen Kreuzfahrturlauber hätten damit erstmals die 20-Millionen-Nächte-Marke überschritten. Das entspräche einem Anstieg um 3,8 Prozent bzw. 750.000 Übernachtungen. Das Durchschnittsalter der deutschen Passagiere ist nach Hochrechnungen der CLIA leicht gesunken – auf 49 Jahre.

Zukunftsweisende Initiativen reduzieren Umweltbelastungen nachhaltig

„Die Kreuzfahrtbranche hat das Ziel, ihren Beitrag zum maritimen Umweltschutz weiter auszubauen. Die CLIA-Mitgliedsreedereien sind bereit, ihren Beitrag zur Lösung branchenrelevanter Themen zu leisten“, erläutert Helge Grammerstorf. „Die Branche nimmt eine Führungsrolle ein, indem sie sich verpflichtet, den Anteil der Emissionen über die weltweite Flotte hinweg zu reduzieren. Dieses ist der erste Schritt, das ambitionierte Ziel der internationalen Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) für eine CO2-freie Schifffahrt zum Ende dieses Jahrhunderts zu erreichen.“

Die Reedereien ergreifen verschiedene zukunftsweisende Initiativen, mit denen sie ihren ökologischen Fußabdruck verringern. So steigt die Anzahl der Schiffe, die mit Abgasnachbehandlungssystemen ausgerüstet sind, stetig. Bereits 111 von 253 Schiffen verfügen über Abgasnachbehandlungssysteme. 12 Schiffe werden aktuell nachgerüstet, die Nachrüstung weiterer 30 Schiffe ist geplant.  Bei den Schiffsneubauten, die bis zum Jahr 2027 planmäßig fertiggestellt werden, wird jedes dritte Kreuzfahrtschiff, 25 an der Zahl, mit Flüssiggas (LNG) angetrieben werden können. Spezielle Rumpfbeschichtungen und reibungsvermindernden Luftblasenteppiche unter dem Schiffsrumpf ebenso wie die Reiseroutenplanung und, wo möglich, auch die Versorgung mit Landstrom tragen zusätzlich zur Effizienz der Schiffe und zur Reduzierung von Emissionen bei.

Kreuzfahrt ist elementarer Bestandteil der Touristik

„Die Deutschen drängt es aufs Wasser – sowohl auf die Meere als auch auf die Flüsse“, so bringt es der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, anlässlich der Kreuzfahrt-Pressekonferenz zur ITB 2019 auf den Punkt. Seit 1995 haben sich die Passagierzahlen auf Schiffen annähernd verzehnfacht – mit weiter steigender Tendenz. „Die Kreuzfahrt ist damit zu einem elementaren Bestandteil der Touristik avanciert und das vergangene Jahr hat den Kreuzfahrt-Anbietern erneut ein gutes Plus beschert“, so der Präsident weiter. Neben den Hochseekreuzfahrten auf den Weltmeeren rücken auch die Flusskreuzfahrten in den Mittelpunkt des Interesses der Urlauber.

Die Deutschen zeigten sich im vergangenen Jahr in absoluter Reiselaune. So stiegen die Ausgaben der Deutschen für Reisen insgesamt um fünf Prozent auf fast 68 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Veranstalter-Reisen stiegen mit sieben Prozent noch stärker. „Und die Kreuzfahrt ist einer der Wachstumstreiber der Reisewirtschaft“, erklärt Fiebig. Das gilt auch für das Jahr 2019: Das Segment verzeichnet schon jetzt einen steigenden Buchungsumsatz.

Kreuzfahrt und Reisebüro – Win-Win für beide Seiten

Neue Schiffe, die in den Markt gestellt werden, und die zunehmende Vielfalt der Angebote, die verschiedenste Zielgruppen und Interessen bedient, treiben auch für den Reisebürovertrieb das Wachstum weiter. „Der Umsatz wächst und der stationäre Vertrieb hält daran den Löwenanteil: 13 Prozent der Umsätze im Reisebüro gehen auf das Konto der Kreuzfahrt“, fasst der DRV-Präsident zusammen.

Die Reisebüros agieren hier als kompetente Lotsen durch das immer vielfältiger werdende Angebot der Kreuzfahrt. „Bei der Aufgabe die zusätzlichen Kapazitäten auf den Schiffen zu füllen, kommt den Reisebüros darüber hinaus eine zentrale Rolle zu“, ist der DRV-Präsident überzeugt. „Das Reisebüro ist DER Ort, an dem Kunden fachkundig für einen Urlaub auf dem Wasser und das passende Schiff begeistert werden.“

Kreuzfahrt wird Erfolgskurs weiter fortsetzen

„Die Kreuzfahrt in Deutschland wird weiter überproportional wachsen und auf ihrem eingeschlagenen Erfolgskurs bleiben“, so Norbert Fiebig zu den Zukunftsaussichten. Dieser Entwicklung trägt auch der DRV Rechnung und veranstaltet seine diesjährige Jahrestagung vom 10. bis 12. Dezember zum ersten Mal auf einem Schiff – auf der MS Artania von Phoenix Reisen. Das Schiff wird zu dieser Zeit im Hamburger Hafen vor Anker liegen.

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