20.01.2011 - Hamburg Cruise Center

2010 – ein Jahr der Rekorde

Hamburg Cruise Center„Die Kreuzfahrtsaison 2010 ist die längste, die der Standort Hamburg in seiner Kreuzfahrthistorie verzeichnen kann“, lässt Gerd Drossel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied Hamburg Cruise Center e.V. (HCC), zur Eröffnung der heutigen Jahrespressekonferenz verlauten. Eingeläutet wurde die Saison bereits am 5. Februar mit der Aida Blu und endete am 13. Dezember mit dem Anlauf der Black Watch zur Weihnachtszeit. Zahlreiche maritime Events, darunter zwei Schiffstaufen, sechs Erstanläufe und die Hamburg Cruise Days, machten Hamburg zu einem beliebten Reiseziel, nicht nur für Kreuzfahrer, sondern auch für weit mehr als eine Million Tagesgäste im Jahr 2010.

Insgesamt wurde der Hamburger Hafen 104-mal von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. „Damit konnte zum ersten Mal in der Hamburger Kreuzfahrtgeschichte die Grenze von 100 Anläufen in einer Saison überschritten werden“, berichtet Drossel weiter. Zum Ende der Saison zählte der HCC 246.000 Passagiere, dies entspricht einem Wachstum von knapp 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2009: 127.000 Passagiere). Hamburg kann sich damit bereits zum zweiten Mal in Folge als wachstumsstärkster deutscher Kreuzfahrthafen behaupten. Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Standortes als Start- und Zielhafen. Bei der Zahl der Anläufe ist ein Zuwachs von 18 Prozent zu verzeichnen. Das überproportional steigende Passagiervolumen begründet sich durch die zunehmenden Passagierkapazitäten pro Schiff.

Die Kreuzschifffahrt befindet sich auf einem langfristigen Wachstumspfad. Hamburg profitiert von dieser Entwicklung in ganz besonderem Maße. So weist Hamburg beispielsweise die höchste Wertschöpfungstiefe aller deutschen Kreuzfahrthäfen auf. „Die wirtschaftliche Bedeutung der Kreuzschifffahrt geht dabei weit über die rein tourismuswirtschaftlichen Umsätze hinaus. Zahlreiche Branchen und Unternehmen profitieren von den vor- und nachgelagerten Effekten der Kreuzschifffahrt, Arbeitsplätze werden gesichert und neu geschaffen“, verdeutlicht Drossel und verweist auf das jüngste Beispiel. „Kürzlich hat Costa Kreuzfahrten eine Repräsentanz in der HafenCity eröffnet und schafft damit rund 60 Arbeitsplätze in Hamburg“.

Wertschöpfung der Kreuzfahrtindustrie am Standort Hamburg

Für die Saison 2010 wurde ein kreuzfahrtbezogener Umsatz von ca. 105 Millionen Euro in Hamburg ermittelt. „Dazu zählen auch die Ausgaben der Passagiere, die in Hamburg ein Vor- und Nachprogram zu ihrer Kreuzfahrt absolvieren. Dies sind immerhin 30 Prozent aller Turnaround-gäste. Sie verbringen im Schnitt 2,1 Nächte vor- oder nachher in Hamburg“, skizziert Drossel. Zur Quantifizierung der Einnahmen, die durch die Kreuzfahrtpassagiere am Standort Hamburg generiert werden, hat HCC in 2009 eine Studie beim englischen Consulting Unternehmen G.P. Wild in Auftrag gegeben. Es wurde ermittelt, dass ein Turnaround-Gast mit Hamburg als Start- und Zielhafen im Durchschnitt 75,12 Euro (exklusive An- und Abreisekosten) ausgibt. Ein Transitgast gibt 22,60 Euro aus (Anteil knapp 3 Prozent). Dem Kreuzfahrtstandort Hamburg kommt also die Positionierung als Turnaround-Hafen zugute.

Zum Umsatz zählen weiter die Anlaufkosten der Kreuzfahrtschiffe (im weitesten Sinne Lotsen), die operationalen    Kosten    am    Liegeplatz,    Proviantierung, Werftaufenthalte, Ausgaben der Besatzungsmitglieder, sowie die Umsätze der Tagesgäste, die dem Kreuzfahrtbereich direkt zuzuordnen sind. So sind zum Beispiel für den Terminaloperator Hanseatic Cruise Centers (kurz HanseCC) für eine Abfertigung eines Kreuzfahrtschiffes durchschnittlich 50 Mitarbeiter im Einsatz und somit insgesamt über 5.000 Mitarbeiterschichten in der Saison 2010 zustande gekommen; ca. 350.000 Koffer wurden von und an Bord gestemmt. Hamburgs Alleinstellungsmerkmal ist unter anderem die optimale Verkehrsanbindung aller Verkehrsträger. „Die Kreuzfahrt am Standort Hamburg profitiert einerseits von der Bedeutung Hamburgs als Tourismusmetropole und andererseits erhöht sich auch die Attraktivität der Stadt durch den Kreuzfahrttourismus. Eine Win/Win-Situation für die Stadt und für die Kreuzfahrtbranche“, schlussfolgert Drossel.

Hamburg Cruise CenterWeiteres Wachstum für die Kreuzfahrtsaison 2011

Der dynamische Wachstumstrend wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. „Für die Kreuzfahrtsaison 2011 erwarten wir 119 Schiffsanläufe (111 Start- und Zielanläufe und 8 Transitanläufe), was einer Steigerung von 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Passagierzahl wird wegen weiter wachsender Schiffsgrößen auf über 300.000 steigen (22,1 Prozent)“, skizziert Dr. Stefan Behn, erster Vorstandsvorsitzende Hamburg Cruise Center e.V. Zu den Stärken Hamburgs zählt das breitgefächerte Kundenportfolio, welches die Attraktivität und Vielfältigkeit des Standortes für die Passagiere unterstreicht. 2011 schicken 18 Reeder insgesamt 27 Kreuzfahrtschiffe in die Hansestadt.

Maritime Höhepunkte der Kreuzfahrtsaison 2011

Die Kreuzfahrtsaison 2011 startet offiziell am 11. März mit dem Anlauf der Aida Cara. Das neue Kreuzfahrtterminal in Altona wird für die Kreuzfahrtsaison 2011 zur Verfügung stehen. Geplant ist zurzeit die Abfertigung von insgesamt 47 Schiffen am neuen Liegeplatz in Altona. „Die Fertigstellung des Kreuzfahrtterminals in Altona wird ein Meilenstein für die Stärkung und den Ausbau des Kreuzfahrtstandortes Hamburg sein“, führt Dr. Behn weiter aus. Ein Höhepunkt wird der Monat Mai: Insgesamt wird der Hamburger Hafen in diesem Zeitraum 36-mal von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Zum Hafengeburtstag (6. bis 8. Mai 2011) erscheinen gleich 7 Kreuzfahrer (Sea Cloud, Aida Blu, Aida Cara, Mein Schiff 2, Fram, Amadea, Queen Mary 2). Eine Woche später, am 14. Mai, folgt die sicher spektakuläre Taufe der Mein Schiff 2 von TUI Cruises. Hamburg ist 2011 erstmalig Basishafen für die Costa Magica von Costa Kreuzfahrten, die insgesamt zu 11 Reisen starten wird. Aida Cruises zeigt nach wie vor am Standort Hamburg die größte Präsenz aller Reedereien. Gleich vier Schiffe  nehmen 45-mal Kurs auf Hamburg. Auch das Apartment-Schiff The World von Residen Sea kann seit ihrem letzten Besuch in 2007 wieder in Hamburg begrüßt werden. Das Schiff geht gleich für vier Tage vor Anker. In 2011 wird nicht nur die Queen Mary 2 regelmäßig in der Hansestadt zu Besuch sein (insgesamt sechs Mal), sondern auch die neue Königin, die Queen Elizabeth, ist gleich zweimal auf Stippvisite in Hamburg. Cunard verdoppelt somit die Präsenz auf insgesamt acht Anläufe. Vom 26. bis 29. September öffnet dann bereits schon zum sechsten Mal die weltweit zweitgrößte Kreuzfahrtmesse in Hamburg ihre Türen. Über 3.000 Fachbesucher aus aller Welt kommen in Hamburg zusammen. Den Abschluss der Saison 2011 bilden einmal mehr die Schiffsanläufe zur Weihnachtszeit. Erwartet werden fünf Kreuzfahrer, darunter zweimal die Amadea, Albatros, beide von Phoenix Reisen, Balmoral von Fred. Olsen Cruise Line und Saga Pearl II von Saga Cruises. Größtes Schiff der Saison 2011 ist erneut die Queen Mary 2 (Tonnage: 148.500), gefolgt von der Celebrity Silhouette (Tonnage: 122.000). Häufigster Gast in Hamburg wird die Aida Blu mit insgesamt 17 Abfahrten sein.

Vision 2015 für den Kreuzfahrtstandort Hamburg

„Der Ausblick auf die folgenden Jahre gibt Anlass zur Freude“, verkündet Dr. Behn begeistert. Die Kreuzfahrtsaison 2012 startet zugleich mit einem Höhepunkt. Cunard startet erstmals eine Weltreise ab Hamburg. Die Queen Elizabeth sticht am 8. Januar von Hamburg aus in See und wird nach 111 Tagen Weltumrundung am 29. April 2012 wieder in die Hansestadt zurückkehren. „Es ist das erste Mal, dass ein britisches Schiff eine exklusive Reise in einem deutschen Hafen beginnt. Eine große Ehre für Hamburg“, verkündet Dr. Behn stolz. „Bei einem auch für 2012 erwarteten zweistelligen Wachstum sind 400.000 Passagiere greifbar nahe, die halbe Million kann 2015 möglicherweise sogar überschritten werden“, erwähnt Dr. Behn.
Damit dieses Potential auch voll ausgeschöpft werden kann, haben die Handelskammer Hamburg, der Tourismusverband Hamburg e.V. und der Hamburg Cruise Center e.V. eine Resolution verfasst mit der Aufforderung an den Senat, die Bürgerschaft und an die Hamburger Wirtschaft konsequent den weiteren Ausbau des Kreuzfahrtstandortes Hamburg weiter zu fördern.

Artikel teilen:
Fotoquelle: Hamburg Cruise Center, HHM

Kommentieren: