20.04.2015 - Azur-Reportage

Vier Jahreszeiten in zehn Tagen

Mit der innovativen Quantum of the Seas von Royal Caribbean ging es für Azur vom Winter in New York dem karibischen Sommer entgegen.

Eiszeit in New York, Frühling und Herbst auf dem Atlantik, Sommer in der Karibik – dies alles in 10 Tagen mit dem neusten Kreuzer der Royal-Caribbean-Flotte. Doch die Reise beginnt mit dem Einchecken schon Wochen vorher, deshalb schön der Reihe nach: Zentimeterhoch liegt der Schnee auf dem Fensterbrett. Nur das virtuelle Fenster, der Bildschirm des Computers, bringt vorerst die Sonne, den Wind und das weite Meer in die gute Stube. Das Internet ist bei vielen Reedereien zum unentbehrlichen Assistenten für die Vorbereitung einer Kreuzfahrt geworden. Die Passagiere haben sich, mehr oder weniger klaglos, an das Online-Einchecken gewöhnt. Auch Ausflüge und Getränkepakete können meist schon Wochen vor der jeweiligen Kreuzfahrt online gebucht werden. Bei der Quantum of the Seas lassen sich auch Shows sowie Termine für die verschiedenen Attraktionen und die Restaurants im Voraus reservieren. Alle Buchungen werden in einem übersichtlichen Kalender angezeigt. „Fast wie im Arbeitsalltag“, geht es mir durch den Kopf. Und: Weiss ich heute im winterlichen Schneegestöber schon, ob mir am Abend des dritten Tags in der Karibik die Sinne eher nach Pasta in Jamie Olivers Italian Restaurant oder nach einem delikaten Sushi im japanischen Izumi stehen werden? Ich weiss es nicht und verzichte deshalb auf eine Restaurantreservation – ein Fehler, wie sich später herausstellen wird. Die Shows möchte ich aber auf keinen Fall verpassen und so verteile ich die fünf verfügbaren Shows auf die neun Kreuzfahrttage und kreiere mir damit mein persönliches Abendprogramm. Dabei ertappe ich mich beim Gedanken, dass die tägliche Show bisher ein fester Bestandteil eines Kreuzfahrttages war – wo und wie werde ich die verbleibenden vier Abende ohne Show verbringen? Innovationen haben ihren Preis, wird mir bewusst. Und sind offensichtlich noch nicht in jedem Fall ganz ausgereift, denn das persönliche Foto, das als Beitrag zum schnelleren Einchecken hochgeladen werden kann, will seine Reise vom heimatlichen PC auf den amerikanischen Server der Reederei partout nicht antreten. „Das spielt keine Rolle“, lässt mich der Kundendienst von Royal Caribbean wissen, „das Bild wird in dem Fall direkt vor Ort aufgenommen“. Dass man dafür beim Check-in zusätzlich eine halbe Stunde anstehen muss, bleibt dabei unerwähnt.

Winter in New York. Kurz nach unserer Ankunft in New York vermeldet ein amerikanischer Fernsehsender, dass es am heutigen Tag mit minus 16 Grad Celsius so kalt wird, wie letztmals vor 50 Jahren. Der Moderator empfiehlt, bei dieser Kälte möglichst zu Hause zu bleiben. Wir sitzen etwas irritiert im warmen Hotelzimmer in Manhattan, New York. Vor unserer Kreuzfahrt mit der Quantum of the Seas wollen wir während zwei Tagen in diese Stadt, die angeblich niemals schlafen soll, eintauchen. Deshalb ignorieren wir die Empfehlung des Fernsehens. Doch schon nach wenigen Schritten auf der Straße merken wir, dass es wirklich bitter kalt ist – zur Kälte gesellt sich noch ein eisiger Wind, der durch die Wolkenkratzer-Schluchten fegt. Schon nach wenigen hundert Metern stehlen wir uns in das nächstbeste Geschäft, einen Haushaltswarenladen, wie wir erst nach Betreten feststellen. Um unsere Knochen aufzuwärmen, verweilen wir zwischen Toastern, Mixern und Besteck. Nach einigen Minuten geht es weiter. Das Brooklyn-Diner-Restaurant in der 57. Straße, von außen ein typisch amerikanisches Lokal, wie man es aus den Filmen der 50er-Jahre kennt, kommt wie gerufen. Einen Aufenthalt in den Staaten muss man doch mit einer typisch amerikanischen Mahlzeit – einem saftigen Cheeseburger – starten. Das Angebot an Speisen bewegt sich im gehobenen Preissegment; dafür gibt es weiße Stofftischtücher und edles Besteck. Der Cheeseburger mit Pastrami für knapp 25 Dollar mundet vorzüglich. Voller Bauch und Jetlag lassen uns an diesem Abend schon früh in einen wohligen Tiefschlaf fallen. Der nächste Tag ist zum Glück rund 15 Grad wärmer – gerade richtig, um in einem der vielen Sight-Seeing-Busse eine Rundfahrt zu wagen. Der Verkäufer von Go-New-York-Tours wirbt für die grünen Hop-on-Hop-off-Busse und verspricht Busse im 10-Minuten-Takt.

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