26.05.2020 - Aus der schönen AZUR 2/2020

Gruss und Kuss vom Douro-Fluss

Verbote sind doof. Eigentlich. Aber oft unerlässlich. Und manchmal einfach großartig. Wie das Nachtfahrverbot auf dem Douro. Weil man dadurch bei einer Flusskreuzfahrt nicht die schönsten Passagen verschläft, sondern jeden Meter der Weinlandschaft genießen kann. Gemütlich an Deck sitzend, mit einer Tasse Kaffee, einem Becher Tee oder einem Gläschen Portwein. Tiefenentspannt, rundum zufrieden. Doch davon später mehr. Viel mehr.

Zunächst einmal stehen wir in Vila Nova de Gaia am Ufer des Douro vor der A-ROSA ALVA und dürfen nicht rein. Wir sind früh dran. Boarding ist erst in drei Stunden. Also geben wir die Koffer ab und gehen auf Entdeckungstour. Zunächst kommen wir allerdings nur 50 Meter weit. Bis zu einem Marktstand mit Rucksäcken und Taschen.  Ich verliebe mich auf der Stelle in einen Rucksack aus einem Stoff mit bunten Häusern, genau so, wie sie am Ufer gegenüber stehen, im Hafenviertel von Porto. Der muss mit.

Weiter geht’s auf der Uferpromenade. Links der Douro, rechts alte Fischerhäuser, Restaurants, eine Markthalle. Und über uns schweben die Gondeln der Teleférico, eine Seilbahn, die seit 2011 den Alten Hafen mit der oberen Etage der Ponte Dom Luis I verbindet. Wir aber spazieren zu Fuß über die untere Etage hinüber nach Porto, allerdings nicht ohne diverse Fotostops. Denn der Blick in Richtung Atlantik ist einfach mega. Nach einem Kaffee in der Bar Ponte Pensil, die sich auf einem ehemaligen Brückenpfosten befindet, steigen wir die steilen Stiegen und Kopfstein-gepflasterten Gassen hinauf durch die Ribeira, Portos malerisches Altstadt-Viertel. Links und rechts teilweise Handtuch-schmale Häuser, Kneipen mit 1, 2 Tischen vor der Tür.

 

An Hauswänden kunstvolle Malereien, die staunen und schmunzeln lassen. Wir lassen uns treiben und landen auf einem großen Platz vor der Kathedrale Sé. Überall stehen kleine Grüppchen, Kinder toben um die Pelourinho-Säule, Paare sitzen Arm in Arm auf den Stufen in der Sonne, Japaner schwingen ihre Selfi-Sticks. Wir blicken über die roten Dächer zu einem hohen Turm. Zweifellos der höchste der Stadt. Also ist es der Turm der Igreja dos Clérigos. Er soll 75 Meter hoch sein und bietet denen, die 225 Stufen hinauf steigen, die schönste Aussicht über die Stadt. Sollen wir…? Jutta sieht auf die Uhr. Schon 15.30 Uhr. Besser, wir gehen jetzt zurück zum Schiff.

Und zwar über den oberen Bereich der Ponte Dom Luis I, dort, wo die älteste Straßenbahn Portugals fährt. Auch jetzt schaffen wir’s nicht ohne Foto-Stops. Doch um 16 Uhr stehen wir das zweite Mal vor der A–ROSA ALVA. Und diesmal dürfen wir rein.

Das Boarding geht fix, die Koffer stehen schon vor unserer Kabine Nr. 216 auf Deck 2, und wir schauen uns in unserem Domizil um. Die Kabine ist hübsch eingerichtet, dekoriert in warmen Erdtönen. Dass sie kleiner ist als die Kabinen anderer A-ROSA-Schiffe stört nur bedingt. Schade aber, dass wir das Panoramafenster nicht genießen können, weil wir direkt Seite an Seite mit einem anderen Schiff liegen, was übrigens noch häufiger passieren wird. Statt auf die Wellen des Douro fällt mein Blick auf eine Herrenbadehose auf dem Balkon des Nachbarschiffes. Nun ja…

In der Panorama Lounge auf Deck 3 ist inzwischen ein Buffet aufgebaut worden. Wir laden ein paar Häppchen auf den Teller, bestellen eine Weinschorle und lassen uns im Außenbereich der Lounge nieder. Rechts Vila Nova de Gaia, vorn die Ponte Dom Luis I, links die Bilderbuchkulisse von Porto und dazwischen ein paar malerische Rabelos – alte Portweinboote – auf dem Fluss. Vielversprechender kann eine Kreuzfahrt nicht beginnen.

Der Abend dient der Akklimatisierung an Bord und dem ersten Kennenlernen der Mit-Passagiere, wobei freundliche Kellner, eine butterzarte Lammkeule, ein gutes Glas Rotwein der Marke Casas do Rio Douro und die hingebungsvolle Lounge-Musik von Pianist Domingos durchaus unterstützend wirken.

Der nächste Vormittag gehört Porto. Mit unserem Guide Paulo, ein gebürtiger Bremer mit Wahlheimat Lissabon, starten wir zu einer Rundfahrt durch Portugals zweitgrößte Metropole. Er führt uns in die Geschichte der Stadt ein, erzählt vom 18. Jahrhundert, als aus der Arbeiterstadt eine glorreiche Handelsmetropole wurde. Kunstvolle Barockfassaden erinnern an diese Zeiten, triste Hinterhöfe, leerstehende Häuser mit bröckelnden Fassaden und blinden Fenstern zeigen, dass sie vorüber sind.

Aber Porto ist im Aufwind, die Ribeira gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO, die Stadt war 2001 Kultur-Hauptstadt Europas. Es wird renoviert und restauriert. Die Stadt wird immer mehr zum Touristenmagneten. Zu Recht!

Zu Fuß stiefeln wir hinter Paulo durch die Straßen, die Stöpsel des Audio-Geräts im Ohr, um ja nichts zu verpassen. So erfahren wir beispielsweise den Grund für die Menschenschlange vor der Buchhandlung  Livraria Lello & Irmão. J. K. Rowling soll sich dort im feudalen Jugendstil-Ambiente Inspirationen für ihre Harry Potter-Romane geholt haben. Grund genug für Touristen aus aller Welt, sogar 5 Euro Eintritt zu zahlen, um einen Blick hineinwerfen zu können.

Wir machen einen Sprung ins Sardinen-Geschäft Casa Oriental und kaufen ein paar der bunten Dosen als Souvenir, besichtigen den mit 20.000 Azulejos geschmückten Bahnhof São Bento und stöbern in der Manufaktur Fernandes, Mattos & Ca von 1886 nach Raritäten. Danach lockt die erste Portwein-Verkostung dieser Reise. In der Kellerei Burmester lernen wir Interessantes über Portweine, Unterschiede zwischen Ruby (der Klassiker), Tawny (im Alter gereift) und Vintage (der Beste) und dass jeder Portwein aus mindestens drei, aber höchstens sechs Traubensorten hergestellt wird. Die Testschlucke sind süffig, und so manche Tragetasche mit Portweinflaschen wird anschließend zum Schiff geschleppt.

Später, als die A-ROSA ALVA ablegt und ihre Fahrt den Douro hinauf beginnt, steht für die meisten Passagiere bereits fest: irgendwann werden sie Porto noch mal besuchen. Mit etwas mehr Zeit. Die Stadt ist einfach zu schön!

Doch jetzt steht der Douro im Blickpunkt. Der 897 Kilometer lange Fluss entspringt in der spanischen Provinz Soria und trägt dort den Namen Duero. Auf 112 Kilometern markiert er die Grenze zwischen Spanien und Portugal, dann fließt er rund 210 Kilometer als Douro durch portugiesisches Weinanbaugebiet bis Porto, wo er kurz hinter der Stadtgrenze in den Atlantik mündet. Beschiffbar ist er nur in Portugal.

Wir verlassen Porto und Vila Nova de Gaia, fahren unter fünf der insgesamt sechs Brücken, die die beiden Städte verbinden, hindurch und staunen über schöne weiße Strände am rechten Flussufer.

Bis wir zur Crestuna-Schleuse kommen, der ersten von fünf Douro-Schleusen, ist die Sicherheitsübung erledigt. Gut so. Denn ich möchte keine Schleuse verpassen. Unser Schiff wird immerhin um 25,5 Meter hochgepumpt. Gottlob hat Jutta beim Verlassen der Kabine noch das Panoramafenster geschlossen. Als hätte sie geahnt, dass es in der Schleusenkammer heftig tropft.

inzwischen haben sich fast alle Passagiere auf den Decks 3 und 4 eingefunden und genießen die Weinlandschaft, die hinter Porto noch relativ flach war, jetzt aber immer hügeliger wird. Ja, so stellt man sich eine Flusskreuzfahrt vor. Sonne, Wärme und eine idyllische Landschaft, die langsam vorüber zieht.

Wir nähern uns der nächsten Schleuse in der Staumauer Carrapatelo. 35 Meter hoch gehört sie zu den höchsten Schleusen der Welt. Aber auch zu den schmalsten. Die Schleusenkammer ist nur 12 Meter breit, unser Schiff 11,40 Meter. Wir halten alle die Luft an, als der Kapitän die ALVA hinein steuert. Maßarbeit. Wir können wieder ausatmen.

Porto Antigo, unseren Hafen für die Nacht, erreichen wir, kurz bevor sich die Sonne hinter den Weinbergen verabschiedet. Wir ziehen uns fürs Abendessen um und freuen uns auf den Welcome Drink, zu dem Kapitän Renato Braga, Kreuzfahrt-Managerin Regina Gutwill und Hotel Manager Victor Azevedo in die Lounge Bar eingeladen haben. Nach dem offiziellen Teil setzen wir uns raus und kommen mit Marion aus Aschaffenburg ins Gespräch. Es ist ihre erste Flusskreuzfahrt. Trotzdem ist sie mit vielen Erinnerungen verbunden. Sie hat ihre Kindheit auf einem Binnenschiff auf Main und Rhein verbracht und fühlt sich mit all den Geräuschen und Vibrationen auf der ALVA total geborgen. Auch wir schlafen wie die Murmeltiere und sind morgens um 7 Uhr putzmunter. Rollo hoch, Panoramafenster runter, Kopf raus. Morgennebel liegt über dem Douro. Schöne mystisch!

Während das Schiff sich langsam in Bewegung setzt, holen wir uns an der Kaffee-Station einen Kaffee und lassen uns damit im Außenbereich der Lounge-Bar nieder. Noch niemand da außer uns. Herrlich! Entschleunigt schippern wir durch die immer hügeliger werdende Weinlandschaft nach Regua, Hauptstadt des Portweins. Von hier aus legte Portugals Premierminister 1756 die Grenzen des geschützten Weinanbaugebietes Alto Douro fest. 60.000 Winzer bearbeiten hier rund 25.000 Hektar Weinland. Dies und mehr erfährt man im Museo do Douro oberhalb des Anlegers.

Wir verzichten aufs Museum, wollen lieber das Städtchen erkunden, das in einem Prospekt als „verträumt“ bezeichnet wird. Können wir nicht ganz nachvollziehen, unter anderem, weil der ganze Ort mit Musik beschallt wird, als hätte jemand die alten Bänder der ZDF-Hitparade ins zweite Jahrtausend gerettet. Das Thermometer zeigt 36 Grad. Zu heiß zum Mitklatschen.

Nach einem Light Lunch an Bord steigen wir in einen klimatisierten Bus, der uns ins 12 Kilometer entfernte Lamego bringt. Um der größten Mittagshitze zu entgehen, verkündet Paulo: Die Himmelstreppe kann warten. Wir gehen zuerst ins wohl temperierte Museum. Eine kluge Entscheidung. Denn die Sammlungen und Exponate aus vielen Jahrhunderten sind sensationell. Mein Favorit: Fünf Wandteppiche mit der Geschichte des Ödipus. Wir spazieren noch durchs blitzsaubere Städtchen bis zum Fuß der Himmelstreppe, deren 686 Stufen zur barocken Wallfahrtskirche Santuario de Nossa Senhora dos Remédios führen. Viele Gläubige gehen zu Fuß hinauf, manche sogar auf Knien.

Och nö. Wir nehmen dankend das Angebot an, mit dem Bus nach oben zu fahren und dann die Treppe bis zur Hälfte hinunter zu gehen. Schweißtreibend ist es auch abwärts allemal. Bei solchen Temperaturen muss man viel trinken. Wie gut, dass die A-ROSA-Passagiere neuerdings mit wieder verwendbaren Wasserflaschen ausgerüstet werden. Ich habe meine oben an der Kirche mit Brunnenwasser nachgefüllt, das heilend und verjüngend wirken soll. Kann ja nicht schaden. Zufrieden und voller neuer Eindrücke fahren wir nach Pinhão, wo unser Schiff inzwischen vor Anker liegt.

Heute Abend haben die Köche und Kellner der A-ROSA ALVA frei. Die Passagiere sind zum Dinner zur Enoteca Quinta da Avessada eingeladen, hoch oben auf einem Weinberg, mit weitem Blick übers Rebenland. Das Familienoberhaupt Luis Barros wird als portugiesischer Mr. Bean gefeiert. Die Ähnlichkeit ist frappierend, und bei seinen humoristischen Vorträgen über Portweine, das Weingut und die Familiengeschichte lachen die Besucher Tränen. Es wird ein richtig netter Abend, der mit einem feinen Muskatella bei Sonnenuntergangs-Stimmung im gepflegten Garten beginnt und mit handgemachter Musik und Tanz endet. Dazwischen: humor-unterlegte Infos zur Portwein-Herstellung, ein sehr leckeres, typisch portugiesisches Menü, gute Weine und etliche Lachsalven.

Für den nächsten Morgen steht der Wecker auf 6.30 Uhr. Kapitän Braga hat angekündigt, dass wir schon früh durch eine besonders schöne Flusspassage fahren. Auf meinem Lieblingsplatz vor der Lounge Bar freue ich mich anfangs mit anderen Frühaufstehern über die in der Morgensonne golden glänzenden Rebenhänge. Doch dann ändert sich die Landschaft. Wir zwängen uns durch ein enges Tal mit felsigem, steilem Ufer. Links verläuft ein grob in den Fels geschlagener Bahntunnel, rechts ist eine Gedenktafel zu sehen. Der Hotelmanager kennt den Grund. Einst hatte ein Brite die Untiefen des Douro vermessen, eine Karte mit allen Details gemalt und sie der portugiesischen Königin zum Geschenk gemacht. Dummerweise verunglückte er selbst an einer dieser Stellen tödlich. Nämlich dort, wo wir gerade vorbei gefahren sind. Deshalb ließ die Königin am Felsen eine Tafel für ihn anbringen. Die Geschichte macht Gänsehaut, obwohl die Sonne inzwischen schon Kraft hat. Wir passieren eine weitere Schleuse und fahren kurz danach unter einer derart niedrigen Brücke durch, dass Sonnendeck und die Kapitänskajüte eingefahren werden müssen. Unwillkürlich ziehe ich den Kopf ein.

Am Mittag erreichen wir Barca d’Alva, unser letztes Fluss-aufwärts-Ziel, wo unser Schiff für zwei Nächte vor Anker geht. Früher war der Ort eine wichtige Grenzstation auf der Eisenbahn-Verbindung Porto – Salamanca. Doch seit 1985 eine Teilstrecke geschlossen wurde, ist der Bahnhof verwaist. Die Schienen verrotten, und der Ort ist nur noch für Fluss-Cruiser von Bedeutung, die von hier zu Ausflügen zum Castelo Rodrigo und nach Salamanca starten. So wie wir.

Eine gut halbstündige Busfahrt bringt uns nachmittags zum mittelalterlichen Festungsort Castelo Rodrigo. warum der hübsche Ort auf einem 800 Meter hohen Hügel trotz seiner rötlich-braunen Mauern als weißes Dorf bezeichnet wird, klärt sich schnell. Die Mandelbaum-Plantagen ringsum färben zur Blütezeit die Landschaft schneeweiß. In den Geschäften werden Mandeln in allen Geschmacksrichtungen und unterschiedlichste Produkte aus Mandeln verkauft. Nach einem Spaziergang durch den kleinen Ort mit großer Vergangenheit (14 denkmalgeschützte Bauwerke), packe ich die nächsten Mitbringsel in meinen Rucksack: Mandel-Variationen mit Curry, Knoblauch und Chilli.

Obwohl wir den Ausflug für den nächsten Tag nur zögerlich gebucht hatten, wird er zu einem der Highlights dieser Reise. Die spanische Universitätsstadt Salamanca, auch „goldene“ Stadt genannt, weil die Sandstein-Gebäude im Sonnenlicht wie vergoldet wirken, fasziniert mich auf Anhieb. Nach unserer Ankunft haben wir Zeit für einen Stadtbummel auf eigene Faust. Paulo hat für jeden von uns einen Stadtplan mit den wichtigen Eckpunken präpariert. Ein toller Service! Zusammen mit Marion und Christa, einer reiselustigen 82-Jährigen aus Essen, ziehen wir los, lassen uns durch die sonnendurchfluteten Straßen treiben, über die riesige Plaza de Mayor hinüber zum Bibliotheksgebäude Casa de las Conchas, dessen Fassade über und über mit Jakobsmuscheln verziert ist. Pünktlich finden wir uns zum Paella-Essen am ausgemachten Treffpunkt ein und lassen uns von einer temperamentvollen Flamenco-Vorführung mitreißen.

Beim späteren gemeinsamen Stadtspaziergang führt uns ein spanischer Guide. Er würzt seinen Vortrag über die Stadtgeschichte mit humorvollen Anekdoten und witzigen Details. Natürlich lässt er uns auch den winzigen Frosch suchen, der an der verzierten Fassade der Neuen Kathedrale auf einem Totenschädel sitzt, und zeigt uns an einem anderen Portal einen Löwen mit einer Eistüte und einen Astronauten, die eigentlich so gar nicht in die kirchlichen Ornamente passen. Beide wurden bei Renovierungsarbeiten 1992 zunächst unbemerkt eingearbeitet.

Leider ist nicht genug Zeit, um Salamanca ausführlich zu erkunden. Aber sie reicht, um uns für die wunderschöne Stadt zu begeistern. Der Tag endet mit einem Portwein-Event in der Lounge Bar, bei dem der Maitre auf traditionelle Art eine Flasche Vintage Port öffnet. Achtung Spoiler! (Der Flaschenhals wird mit einem feuchten Tuch gekühlt und dann mit einer heißen Portweinzange umfasst. Durch den Temperaturunterschied bricht der Hals mit einem glatten Schnitt.)

Am Montagmorgen wendet der Kapitän die A-ROSA ALVA. Jetzt geht’s zurück in Richtung Porto. Wir ankern wieder in Pinhão, um eine weitere Portwein-Verkostung zu genießen – diesmal in der sehr hübschen Quinta da Rueda – (inzwischen sind wir schon Experten) und anschließend zum Mateus-Palast zu fahren.  Der Adelssitz, dessen barocke Fassaden und Türmchen sich malerisch in einem See spiegeln, ist vielen Weinfreunden vom Label des Mateus-Rosé-Weines bekannt. Hat damit aber eigentlich gar nichts zu tun. Nur das Foto ziert die Flasche.

An unserem vorletzter Abend an Bord zeigen die Köche beim Farewell-Dinner noch mal, was sie drauf haben, und präsentieren ein sehr feines 5-Gänge-Menü mit korrespondierenden Weinen. Anschließend wird uns bei portugiesischer Folklore ganz wehmütig ums Herz. Aber ein Tag bleibt uns ja noch. Und der bietet noch mal alles, was eine Douro-Kreuzfahrt so besonders macht. Blauer Himmel wölbt sich über sanften Rebenhängen, Schleusen hebeln uns jetzt abwärts, auf unseren Light Lunch scheint helles Sonnenlicht. Alltagsstress? Hektik? Ganz weit weg!

Als wir unter den Brücken Portos hindurch fahren, grüßen die bunten Häuser der Ribeira rechts und die historischen Portweinboote links wie alte Bekannte. Wir fühlen uns irgendwie heimisch.

Am Abend sitzen wir zusammen auf dem Sonnendeck unterm Sternenhimmel. Unser kleines Grüppchen ist inzwischen zur harmonischen Gemeinschaft geworden: Marion aus Aschaffenburg, Gaby und Frank aus Solingen, Detlef aus Hamburg, Katja aus Berlin, meine Tennis- und Reisefreundin Jutta.. Es war schön, mit Euch auf der A-ROSA ALVA den Douro und die Seele Portugals zu entdecken. Até Breve, bis bald!

Text und Bild: Uschi von Grudzinski

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