09.07.2020 - Hamburg Cruise Net e.V. un die Ergebnisse der Online-Konferenz vom 7. Juli

Kreuzfahrten nach Corona ab Hamburg: Kurz und gut!

 „Wir können einen deutlichen Silberstreif am Horizont erkennen, nicht mehr und nicht weniger“, so fasst Dr. Stefan Behn, Vorsitzender des Hamburg Cruise Net e.V., die Ergebnisse einer Online-Veranstaltung zur Zukunft der Kreuzfahrt zusammen. Nach dem Lockdown in der Branche seien unter Federführung der Hamburg Port Authority Leitsätze zur Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs in den deutschen Häfen entwickelt worden, die für die Unternehmen einen sehr guten Orientierungsrahmen für die land- und schiffsseitigen Hygiene- und Sicherheitskonzepte bieten.

Die Diskussion mit Teilnehmern aus Tourismuswirtschaft, Verbänden und städtischen Unternehmen unter Moderation von Markus Lobsien, NDR 90,3, brachte einige wichtige Grundsatzaussagen:

·        Der Neustart in der Kreuzfahrt wird durch innovative Produkte und weitreichende Veränderungen an Bord und auf dem Terminal geprägt sein: Zunächst werden Kurzreisen von 3-4 Tagen ohne Hafenaufenthalte („Blue Cruises“) mit einer deutlich reduzierten Passagierkapazität, angepassten Hygienevorschriften und neuen Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord angeboten – das Schiff ist die Destination!

·        Diese neuen Angebote bieten die Chance, durch einen vor- oder nachgelagerten Aufenthalt in der Stadt eine Gesamt-Reisezeit von einer Woche zu realisieren, um so den Wünschen der Gäste zu entsprechen. Zusammen mit der Hamburg Tourismus GmbH und den touristischen Leistungsträgern sollten geeignete Pakete geschaffen und durch die Reederei mit kommuniziert werden.

·        In einer zweiten Stufe werden auch wieder Hafenanläufe in die Fahrpläne aufgenommen werden, zunächst im Inland bzw. ausgewählten Zielländern. Da viele Gäste derzeit Flugreisen sehr kritisch gegenüberstehen, ist dies eine große Chance für Hamburg und die deutschen Häfen. Auf der anderen Seite muss nüchtern erkannt werden, dass auch kaum Passagiere aus anderen Ländern zu uns kommen werden. Dies wirft bei vielen Anbietern die Frage nach der wirtschaftlichen Auslastung der Schiffe auf.

·        Die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene pauschale Warnung vor Kreuzfahrten ist angesichts der umfassenden Maßnahmen der Reedereien zum Gesundheitsschutz nicht angemessen. Die Hygiene- und Sicherheitskonzepte der Reedereien müssen selbstverständlich kritisch geprüft werden, pauschale Branchenwarnungen sind aber nicht nachvollziehbar. Der vor wenigen Tagen veröffentlichte Empfehlungskatalog der EU für den Kreuzfahrt-Neustart wurde diskutiert; es ist aber noch zu früh, um ihn abschließend einzuordnen.

·        Die globale Pandemie löst – wie in anderen Branchen – auch in der Kreuzfahrt Innovationen bei Prozessen und Produkten aus, so beispielsweise auf dem Kreuzfahrtterminal bei der Slotvergabe für die Passagiere und kontaktlosen Check-in-Abläufen.

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