19.05.2020 - Reportage: Die Seychellen auf einem Dreimaster

Kunstwerke der Natur

Tiefblaues Wasser so weit das Auge reicht. Beim Blick aus dem Flugzeugfenster scheint es, als würden wir direkt auf dem Meer aufsetzen, die Landebahn verläuft nur wenige Meter parallel zur Küste von Mahé. Der Indische Ozean heißt uns willkommen auf den Seychellen, und der Weg hierhin hat erstaunlich wenig Mühe gekostet.

Am Abend in drei Stunden von Hamburg nach Istanbul, dort eine kleine Shoppingtour durch den orientalischen Bazar am neuen Mega-Airport, zwei Stunden später dann der Nachtflug direkt auf die Hauptinsel. Jetzt ist es relativ früh am Morgen, und doch prallen wir beim Verlassen des Flugzeugs gegen eine Hitzewand. 30 Grad zeigt das Thermometer, gefühlt sind es nochmal fünf mehr. Aber kein Grund zu klagen, schließlich wollen wir ihm ja entkommen, dem nasskalten Februar in Deutschland.

Unsere Reise beginnt etwas ungewöhnlich, besser gesagt, für unsere Mitreisenden zwei Tage früher. Die kleine Segelyacht Sea Star, unser schwimmendes Zuhause für die kommende Woche, hat mit den anderen Gästen bereits am Samstag in Mahé abgelegt. Wir stoßen heute, am Montag, erst hinzu. Zunächst aber nach Victoria, die Hauptstadt der Insel. Zehn Minuten dauert die Taxifahrt ins Zentrum.

Links hohe Berge, überzogen mit tropisch-grünen Wäldern, rechts immer wieder der Blick aufs Meer. Am Fährterminal geben wir unsere Koffer ab, dann zieht es uns in eine offene Bar im zweiten Stock direkt über einer belebten Kreuzung. So belebt es eben in der Mittagshitze sein kann. Die Menschen sprechen Kreolisch, eine exotisch klingende Mischung aus Französisch und Englisch. Unter großen Ventilatoren und mit einem Eiskaffee in der Hand beobachten wir einige Damen in farbenfrohen Kleidern, die in gemächlichem Schritt den Bürgersteig entlangspazieren. Eilig hat es hier niemand, und die Zeit, die die hübsche Turmuhr in der Mitte der Kreuzung anzeigt, scheint bedeutungslos. Schnell schwappt diese Laisser-faire-Stimmung auch auf uns über, schnell sind wir angekommen im Urlaub.

Die Fahrt mit der Fähre ist rasant und bestimmt kein Vergnügen für Passagiere, die zu Seekrankheit neigen. Dafür verstummt schon nach 45 Minuten der Motor, und wir betreten die zweite Insel am ersten Tag: Praslin. Von der bekommen wir allerdings wenig zu sehen. Schon vom Anleger aus entdecken wir in der Ferne ein Dingi-Boot, das schnell größer wird und schließlich direkt vor unserer Nase anlegt. Heraus springen zwei braun gebrannte Jungs mit zotteligen Haaren und aufgeknöpften Hawaii-Hemden, die uns fröhlich begrüßen und sich als Ray und Sean vorstellen. Koffer werden verstaut, wir steigen ins Boot, und fünf Minuten später sind wir endlich da. Vor uns liegt sie nun – die wunderschöne Sea Star, auf die wir uns schon lange gefreut haben. Ein schnittiger, dunkelblauer Dreimaster und echter Blickfang! Wir machen fest an der Marina am Heck und gelangen über diese ganz praktisch an Bord.

Da wir ja die Nachzügler sind, beginnt nun natürlich die große Begrüßungsrunde. Zuerst Koch Michèle, der uns zur Begrüßung umarmt und direkt eine so aufrichtige Gastfreundschaft ausstrahlt, dass wir uns mehr als willkommen fühlen. Dann Valencia und Zaina, die beiden Damen vom Housekeeping. Einige Gäste, deren Namen wir uns so schnell noch gar nicht merken können. Und schließlich Alan Newman, der Kapitän, ein wahres Original. „Welcome, welcome, my friends“, brummt er mit rauchiger Stimme. Vor uns steht ein fülliger, braun gebrannter und bärtiger Mann in Shirt, Badeshorts und Flip-Flops. Wir sind hier ja nicht auf einem klassischen Kreuzfahrtschiff, die Sea Star ist herrlich unförmlich! Zwei Takte zur Sicherheit an Bord und einige witzige Anekdoten von Alan später sitzen wir bereits mit einem kühlen Bier plaudernd am Tisch unter dem Schattensegel am Heck.

Die Sea Star ist schnell erkundet. Vom gemütlichen Außenbereich geht es über die schmalen Außenflanken nach vorn zum Sonnendeck, von hier aus führen zwei kleine Treppen weiter hoch zu Alans Arbeitsplatz, dem hölzernen Steuerrad. Oder man nimmt die Tür zum klimatisierten Loungebereich mit Bar und weiter zum Salon, in dem bei schlechterem Wetter auch gegessen wird. Hier finden sich auch zahlreiche Bücher zu Flora, Fauna sowie zur Geschichte der Seychellen. Weiter unten dann die Kabinen. Die sind natürlich nicht zu vergleichen mit den meist doch sehr komfortablen Kabinen klassischer Kreuzfahrtschiffe. Komfort ist eben relativ. Die Sea Star-Unterkünfte bieten Platz, um die Tür nach innen zu öffnen, und für zwei Betten, deren Kopfenden sich im rechten Winkel treffen. Und ja, die knarren auch ein wenig und müssen ab und an als Ablage dienen, denn der Stauraum ist mit einem schmalen Schrank sehr begrenzt. Im Bad wackelt der Klodeckel ein wenig, Duschgel und Shampoo sucht man auch vergebens, das sollte man schon beim Packen bedenken. Aber lässt man diese Hard Facts mal außen vor, so ist die Kabine vor allem eins, nämlich richtig gemütlich. Zu einem Schiff wie der Sea Star passen keine modernen, geräumigen Kabinen, sondern eher eine gewisse Urigkeit. Die findet sich an Bord überall, und wenn das Mondlicht durch das Bullauge in die kleine, hölzerne Kajüte fällt, lässt es sich bei leichtem Wellengang bestens in den Schlaf schaukeln.

Vorher aber zum ersten Dinner. Michèle zaubert jeden Mittag und Abend ein tolles Buffet auf Reisbasis mit Gemüse- und Fleischgerichten. Tägliches Highlight ist aber der frische Fisch. Wirklich frisch, denn Sean und Ray werfen jeden Abend auf der Marina die Angeln aus. Nach Sonnenuntergang tummelt sich so einiges im schwarzen Wasser um uns herum. Da wird auch mal ein Mini-Hai rausgezogen, der dann aber natürlich nicht auf dem Teller landet. Verzehrbare Arten gibt es genug. Michèles Gerichte sind meist einfach, aber immer fein abgestimmt und köstlich. Einheimische Zutaten und Gewürze sorgen für den kreolischen Touch. Auch noch unbedingt hervorzuheben: Ladob, ein gleichermaßen exotischer wie leckerer kreolischer Nachtisch aus Brotfrucht – ähnlich wie Süßkartoffeln – in Kokosnussmilch mit Zimtnote. Das alles fast immer al fresco, ohne jegliche Lichter um uns herum. Bei klarem Himmel leuchten die unzähligen Sterne umso heller.

Am Tisch haben wir nun auch endlich die Zeit, unsere Mitreisenden richtig kennen zu lernen. Eine bunte Truppe, praktisch jedes Alter ist vertreten. Wir haben Glück – gemeinsam sind wir nur 11 Gäste bei einer Kapazität von 18. Die Mehrheit kommt aus Deutschland und Österreich, aber gesprochen wird Englisch, damit auch Jean-Pierre aus Frankreich, Nick aus Australien und das Honeymoon-Pärchen Sophie und Tom aus England mitreden können. Für uns wirkt die Gruppe bereits wie ein eingespieltes Team, in das wir aber sofort mit offenen Armen aufgenommen werden. Bei so wenigen Gästen und überschaubaren Platzverhältnissen ist es umso wichtiger, dass alle auf einer Wellenlänge sind. Wir haben Glück! Gesprächsthemen gibt es genug. Vor allem die Taucher haben schon viel zu berichten von der Unterwasserwelt, die sie in den letzten beiden Tagen bereits kennen lernen durften. Bei Silhouette Cruises sind Pakete mit einer bestimmten Anzahl an Tauchgängen buchbar, Equipment und auch Tauchlehrer sind an Bord. Anfänger können in den Abendstunden büffeln, ihre ersten Praxiserfahrungen sammeln und am Ende der Reise ihre Prüfung zum Tauchschein (hoffentlich) meistern. Unser tägliches Programm wird somit jeweils der bestmögliche Kompromiss für die Taucher und uns Nichttaucher, für die es aber fast immer wunderbare Alternativen gibt.

Der erste volle Tag an Bord der Sea Star. Wer noch nicht um 6 Uhr früh vom donnernden Ablassen der Ankerkette wachgeworden ist, folgt spätestens der Schiffsglocke um 8 Uhr zum Frühstück. Eier, Speck, Toast, Haferbrei und saftige, süße Früchte, dazu einen kräftigen Kaffee. Was braucht man mehr? Essensreste bekommen die Schiffshalter. Bei denen ist der Name Programm. Mit ihrer Saugplatte vor der Rückenflosse haften die bis zu einen Meter langen Fische stets am Rumpf der Sea Star und begleiten uns so über die komplette Reise. Sobald ein Toast-Stückchen im Wasser landet, wuselt es nur so unter uns.

Im Dingi nähern wir uns dem Weststrand von Grande
Sœur, der zwischen den beiden bewaldeten Hügeln eine Art schmale Taille der Insel bildet. Bei der Anlandung dann der erste Schritt ins Wasser mit einem Wow-Effekt: Die Temperaturen sind wirklich wie in der Badewanne, da hält sich die Abkühlung in Grenzen. Noch heißer ist natürlich der feinkörnige Sand unter den Füßen, aber nach wenigen Metern haben wir den Schatten der Palmen erreicht. Ein 200-Meter-Spaziergang über gepflegten Rasen führt schließlich zu einem schmalen Trampelpfad, der eine kleine Düne hochklettert. Der Ausblick dahinter ist postkartenwürdig. Am Oststrand ist keine Menschenseele. Der strahlend weiße Sandstreifen macht einen Bogen in perfekter Symmetrie und wird eingerahmt von imposanten Granitfelsen am rechten und linken Ende. Dahinter das klarste Wasser in Swimmingpool-Türkis. Bacardi, Raffaelo und Co., das wäre unser heißer Tipp für den nächsten Drehort! Heiß leider im wahrsten Sinne des Wortes, denn Schatten sucht man hier vergeblich, und mehr als fünf Minuten hält es niemand in der Sonne aus. Zum Schnorcheln sind die Wellen zu hoch. So machen wir noch ein paar Fotos mit der Kamera und im Kopf, bevor es zurückgeht zur Westseite. Hier lässt es sich besser entspannen, und der Strand ist auch nicht von schlechten Eltern. Auf den Seychellen gibt es keine Strände, die nicht bezaubernd sind. Grande Sœur ist in privater Hand, gehört einem Australier. Der kann sich vielleicht glücklich schätzen!

Mittags der nächste Traumort. Die Sea Star ankert vor Coco Island, einem winzigen Landfleckchen im Ozean mit einem noch winzigeren Strand, der von der Inselmitte sanft ins Wasser abfällt. Der perfekte Einstieg in die bunte Unterwasserwelt der Seychellen. Wobei die Korallen seit einigen Jahren nicht mehr mit den steigenden Wassertemperaturen leben können – großflächige Riffe gibt es nicht mehr, das Meiste ist abgestorben. Dennoch tummeln sich zahlreiche Fische vor den Stränden. Riesige Schwärme von schwarz-weiß gestreiften oder grellgelben kleinen Fischchen sind ganz vernarrt in die Luftbläschen, die durch die Flossenbewegungen entstehen, und hängen uns wortwörtlich an den Füßen. Eine Wasserschildkröte gleitet langsam auf uns zu und beobachtet uns neugierig, eine weitere schießt nur so an uns vorbei – ihr zu folgen ist unmöglich. Beeindruckend, mit welch kleinen Bewegungen diese wunderschönen Tiere eine solche Geschwindigkeit erreichen können. Ihre Verwandten an Land sind schließlich der Inbegriff der Gemächlichkeit. Die Taucher sind heute ein paar hundert Meter von uns entfernt und natürlich tiefer unterwegs, später berichten sie von ihren Begegnungen mit Haien, Rochen und Muränen. Aber auch durch die Schnorchelmaske gibt es viel zu sehen. Eine Empfehlung an dieser Stelle: Wir haben erstmals eine Maske ausprobiert, die nicht nur Augen und Nase, sondern das ganze Gesicht bedeckt. Mit einer solchen ist das Blickfeld noch größer, das Atmen fällt leichter, und durch eine ausgeklügelte Technik kann durch den Schnorchel kein Wasser ins Innere gelangen.

Zaina hat sehr schlechte Nachrichten. Gin und Tonic Water sind alle! Zwei Flaschen haben wir schon leergemacht, was abends in geselliger Runde bei nicht weichender schwüler Hitze auch nicht verwunderlich ist – oder? Wie auch immer, Zaina verspricht Nachschub für morgen, und nun gibt es als Absacker nach dem Abendessen eben einen Takamaka. Das ist der süß-würzige Rum der Seychellen, destilliert im Süden Mahés und besonders lecker dank seiner unverkennbaren Vanille- und Karamellnote. Vorne auf den gepolsterten Liegen klimpern die Eiswürfel im Glas, während sich die Sea Star ganz leicht im Wasser wiegt und die Sonne langsam hinter der dunklen Silhouette Arides verschwindet. Unser nächstes Ziel morgen.

 

Aride ist die nördlichste Granitinsel der Seychellen und ein wahres Vogelparadies, verwaltet von der Island Conservation Society. Die einzigen Bewohner sind eine Hand voll Mitarbeiter des Naturschutzgebietes, die in kleinen Häusern im Süden der Insel wohnen. Unter ihnen derzeit auch Elisabeth. Die 28-jährige Deutsche studiert in München Landschaftsplanung und hat für ihr Auslandspraktikum den Jackpot gezogen. Täglich führt sie kleine Touristengruppen wie uns über die Insel, nebenbei sorgt sie sich um die vielen Nester und forscht an den Pflanzen der Insel. Wie lebendig Aride ist, kann man vor allem hören. Überall piept, gurrt und kreischt es. Mehr als eine Million Seevögel brüten regelmäßig auf Aride und lassen sich von den wenigen menschlichen Besuchern nicht stören. Schon nach wenigen Metern sitzt ein weißer Schlankschnabelnoddi am Wegrand, er bewegt sich keinen Zentimeter, als wir vorbeilaufen, als wolle er sich uns präsentieren. Auf schmalen Dschungelpfaden sind wir umgeben von den verschiedensten Arten. Sie sitzen über uns auf Ästen oder brüten unter den Wurzeln der massiven Baumstämme. Und am Himmel wimmelt es von dunklen Punkten. Überall raschelt es im Gebüsch – Eidechsen huschen vorbei, und große Krabben lugen aus ihren Löchern im Boden. Etwas weiter will uns der 25-jährige George partout nicht vorbeilassen. Die Riesenschildkröte steht mitten auf dem Pfad, dreht sich und zischt uns nach, aber wir sind schneller. Uns nachzujagen ist aussichtslos, diese Mühe macht sich George nicht. Elisabeth kennt er ja, und zudem hat er eindeutig klargemacht, in wessen Revier wir uns gerade befinden. Auf Aride macht die Natur praktisch ohne menschlichen Einfluss ihr eigenes Ding. Ein beeindruckender Ort.

Mit einem von Schweißperlen bedeckten Gesicht steht Alan in der prallen Mittagssonne am Steuerrad und navigiert die Sea Star in Richtung Curieuse. „Vor der Hölle habe ich keine Angst, die Temperaturen bin ich ja schon gewöhnt“, scherzt er. „Außerdem sitzen schon einige Freunde da unten, ich hätte mal wieder Lust auf ein paar Runden Rommee.“ Ein typischer Alan. Der erfahrene Seemann weiß, was er am Steuer tut. Auf einem Fischereischiff war er in der Antarktis unterwegs, mehrfach hat er bereits unter Segeln den Atlantik überquert. Die Sea Star aber wird hauptsächlich mit Motor betrieben. Einmal lässt Alan Sean und Ray zwei Segel hissen, allerdings mehr als Fotomotiv, denn es herrscht fast Flaute. Schade, das wäre das Nonplusultra gewesen, an Bord der Sea Star, nur mit flatternden Segeln und Wellenrauschen. Nun brummt es eben, wenn auch im Hintergrund, sodass wir die Geräusche nach kurzer Zeit kaum mehr wahrnehmen.

Kurioses Curieuse. Wir landen an der Anse St. José im Inselsüden. Von 1833 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war hier eine Quarantänestation für Leprakranke. Heute sind davon nur noch ein paar Ruinen und das alte Arzthaus übrig, ein französischer Kolonialbau von 1870. Hier beginnen wir eine kleine Wanderung ins hügelige Innere der Insel. Die rötliche Lateriterde, die den kahlen Inselrücken kennzeichnet, brachte Curieuse bei der Entdeckung durch Lazare Picault im Jahr 1744 zunächst den Namen „Île Rouge“ ein, sie wurde aber schon 1768 in den heutigen Namen – den eines Schiffes von Marc-Joseph Marion du Fresne, der die Insel damals für die französische Krone in Besitz nahm – umgetauft. Unterwegs gibt es einiges zu sehen: einige Coco de Mer-Palmen, urwüchsige Mangrovenwälder, deren Schatten gesäumt ist mit unzähligen schwarzen Meeresschnecken, und riesige, fast schon surreale Granitfelsformationen. Highlight nach einer schweißtreibenden Stunde ist die kleine Station für Aldabra-Riesenschildkröten, die mit ausgestrecktem Hals locker unsere Brusthöhe erreichen. In Gehegen werden die Jungtiere aufgezogen, die Älteren – einige bestimmt wesentlich älter als ihre menschlichen Besucher – entspannen im Schatten der großen Palmen und lassen sich mit Grünzeug und Bananen füttern. Auch Streicheleinheiten genießen sie sichtlich, strecken uns den Kopf entgegen wie schnurrende Katzen. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Ein Schnapp, Finger ab! Das sollte auch mal jemand dem russischen Vater klarmachen, der seinem höchstens einjährigen Sohn ein Face-to-Face-Meeting mit einer Schildkröte ermöglichen will. Unsere Hinweise kommen offensichtlich nicht an, und von Rangern ist weit und breit nichts zu sehen. Hoffentlich geht das gut! Direkt am Strand lassen wir uns das BBQ besonders gut schmecken, wir nähern uns bereits dem Ende unserer Reise.

Zaina hat sehr gute Nachrichten. Es gibt wieder Gin Tonic! Perfekt, denn nach unserem letzten Schnorchel- beziehungsweise Tauchgang um die Mini-Felseninsel St. Pierre verbringen wir den Rest des Tages an Bord – wir sind auf dem Weg zurück nach Mahé und stellen nicht zum ersten Mal ein bisschen erschrocken fest, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Klar – die ersten beiden Tage haben wir verpasst, somit die Seychellen-Highlights Praslin und La Digue. Aber die kurze Zeit an Bord war atemberaubend! Täglich neue Abenteuer in sehr angenehmer Gesellschaft. Am Abend zeigt Tom – seinerseits professioneller Fotograf – am Fernseher seine Bilder, die in den letzten Tagen per Kamera und Drohne entstanden sind. Die Seychellen, das sind blendend weiße Strände, ein strahlend blauer Himmel, sattgrüne Vegetation und das klare Meer in allen Tönen von Hell-türkisfarben bis Azurblau. Ein Farbenparadies! So hat es sich in unsere Köpfe gebrannt, als Sonnen-Speicher gerade auch in kalten Zeiten, die derzeit auch viel Ungewissheit mit sich bringen. Kurz vor der Corona-Krise und den damit einhergehenden Reisestopps landen wir wieder im verregneten Hamburg. Wer weiß schon, wann die nächste Reise überhaupt möglich ist? Welch ein Glück, dass wir noch einmal weit weit weg waren, auf den Seychellen, die wie kaum eine andere Destination bekannt sind für ihre Gelassenheit und ihren so entschleunigten Charakter. Davon können wir nun noch zehren.

Autor: Axel Zimmermann

 

 

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